
Heidi Leopold bietet im Auftrag des Fremdenverkehrsverbandes Altenburger Land e.V. thematische Führungen für Kindergartenkinder und Schüler an. Die von der GfaW geförderte Maßnahme (wir berichteten) läuft im zweiten von drei Jahren und kann mit Recht als Erfolg bezeichnet werden. Jedes Jahr legt Heidi Leopold einen Katalog von 10-12 möglichen Führungen für verschiedene Altersklassen auf, sendet diesen an über 126 Schulen und Kindergärten. Der Kontakt sei in den Jahren gewachsen und erstrecke sich inzwischen nicht auf Schulen in Altenburg selbst und im Altenburger Land, sondern auch in der näheren Region wie zum Beispiel Borna oder Meerane.
„Wir erreichen über begeisterte Kinder auch die Eltern und vemitteln damit nicht nur kulturelles Wissen, sondern auch Verbundenheit mit der Region und Interesse für die Museen.“, freut sich die 58jährige Leopold. Sie habe viel Freude am Erzählen von Geschichte und Geschichten und bleibe mit den jungen Leuten selbst jung. Aus Sicht des Fremdenverkehrsverbandes Altenburger Land e.V., welcher der Träger der Massnahme ist, sind die Kinder wichtige Motoren für den Ausflugstourismus. „Wer in der Schule Geschichte nicht nur aus dem Buch, sondern lebendig über ein Erlebnis vermittelt bekommt, wird sich für unsere spannende Gegend begeistern. Die Kinder erhalten neue Ideen auch für einen Sonntagsausflug und so ergänzt sich der übergreifende Ansatz der Führungen mit der museumspädagogischen Arbeit der Museen“, so der Vorsitzendes des Verbandes Landrat Sieghardt Rydzewski. Im ersten Halbjahr 2010 wurde insgesamt 445 Schüler geführt.
Dies sind 63 Schüler mehr als im 1. Halbjahr 2009. Nur eine Klasse sagte ab. Den größten Zuspruch hatte die Prinzenraubführung mit 234 meist jüngeren Schülern. Heidi Leopold, verkleidet als mittelalterliche Nonne, erzählt die Geschichte des Prinzenraubs in den Gassen der Altstadt auf dem Weg zum Schloss. Die Kinder werden mit Schwertern, Helmen und Prinzessinnenhauben ausgestattet. Im Schloss helfen die Kinder den geraubten Schatz der Nonne im Hausmannsturm und in der Flasche wiederzufinden und erhalten einen (schokoladigen) Goldtaler als Belohnung. Sehr gefragt ist auch das Papiermuseum Fockendorf.
Hier ist Heidi Leopold die Organisatorin, die Führungen und das anschliessende Papierschöpfen wird von Museumsmitarbeitern übernommen. Ähnlich verhält es sich mit den Führungen im Theater, die auch oft direkt gebucht werden. Auch werden Führungen ganz nach den Wünschen der Lehrer zusammengestellt, die entsprechend eines Lehrplanthemas einen bestimmten Aspekt der Geschichte beleuchten möchten. Doch in jedem Fall sind die Infobriefe an die Schulen und die Beratung der Lehrer durch Frau Leopold wichtig, um auf das jeweilige Angebot entsprechend aufmerksam zu machen.
Die beiden Lieblingsführungen von Frau Leopold sind noch nicht so gut angenommen. Erst eine bzw. zwei Klassen haben zugegriffen. Für ältere Kinder und Jugendliche ist die Führung „Persönlichkeiten“ gedacht, in der man Margarethe von Österreich und Kaiser Friedrich Barbarossa aus dem Mittelalter, Bernhard von Lindenau, Georg von der Gabelentz, Friedrich Pierer und F.A. Brockhaus aus dem 19. Jahrhundert und Gerhard Altenbourg und Ingo Schulze aus der Gegenwartsgeschichte kennen lernen kann. Für die Kleinen hat sich Frau Leopold eine „Kinderführung“ ausgedacht, die das tägliche Leben besonders im Mittelalter lebendig werden lässt. „Wie war das noch mit den Brunnen?….“. Für das kommende Halbjahr hat sich Heidi Leopold vorgenommen, diese beiden und Führungen über eitle Städterinnen und den historischen Friseursalon, Führungen über Industriegeschichte und in das Gewerbemuseum, sowie Führungen zu den Stätten der Reformation besonders hervorzuheben. Und im Dezember wird es wieder Weihnachtsführungen und Basteln im Weihnachszelt geben.