
Oberzetzscha: Bedeutende Wandmalereien entdeckt BU: Denkmalschützer Jürgen Fröhlich zeigt auf die Malereien, die höchstwahrscheinlich rund 450 Jahre alt sind. Foto: Ronny Seifarth
Eine Überraschung erlebten Handwerker vor einigen Tagen im „Renaissance-Herrenhaus“ in Oberzetzscha. Bei vorbereitenden Arbeiten für den Innenausbau stießen sie im Erdgeschoss in einem Raum mit Kreuzgrat-Gewölbe auf Malereien, die vermutlich so alt sind wie das Gebäude selbst, also vor rund 450 Jahren entstanden. Am bevorstehenden „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September werden Besucher die Möglichkeit haben, einen Blick auf die bemerkenswerte Entdeckung zu werfen.
Die gut erhaltene Malerei zeigt Motive mit religiöser Bedeutung. So hat der unbekannte Künstler vermutlich Heilige und Engel verewigt. Jürgen Fröhlich, Denkmalschützer in Diensten der Stadt, und die Fachleute des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie messen dem Befund überregionale Bedeutung zu. Es wird vermutet, dass sich der vermögende Bauherr in dem Raum, in dem die Malereien jetzt entdeckt wurden, dereinst eine Hauskapelle eingerichtet hatte. Dafür spricht auch, dass Oberzetzscha keine Dorfkirche hat.
Dass die Malerei tatsächlich aus der Zeit der Renaissance stammt, ist höchstwahrscheinlich. Letzte Gewissheit und weitere Erkenntnisse über die Bedeutung sollen kunstwissenschaftliche Untersuchungen bringen, die in Auftrag gegeben werden sollen. Wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, wird auch die Frage zu beantworten sein, welchen Stellenwert die Malereien in Thüringen haben. „In der Region gibt es meines Wissens jedenfalls nichts Vergleichbares“, so Jürgen Fröhlich.
Mit überraschenden Entdeckungen sorgte das 1567 erbaute Kulturdenkmal in der jüngsten Vergangenheit schon mehrfach für Schlagzeilen, zuletzt im Januar vorigen Jahres. Damals stießen Handwerker bei Instandetzungsarbeiten im ersten Obergeschoss auf gut erhaltene Wandmalereien, die vermutlich aus der Zeit um 1800 stammen. Und Anfang 2006 legten Restauratoren an den Wänden im Obergeschoss des Gebäudes kunstvolle Malereien frei, die Jagdszenen zeigen. Diese Malereien sind vermutlich ebenfalls so alt wie das Haus selbst.
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September 2nd, 2010
Christian Bettels, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stadt Altenburg
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