Absolut ausverkauft war die Vorstellung „Der Trinker“ am 11. Oktober 2010, in der Publikumsliebling Karin Kundt-Petters als festes Mitglied des Schauspielensembles in den Ruhestand verabschiedet wurde. Für alle, die damals keine Karte mehr erhielten, gibt es jetzt eine Chance. Am Mittwoch, 6. April, um 19.30 Uhr, steht das Stück nach Hans Falladas Roman in der Theaterfassung von Bernd Ludwig noch einmal auf dem Spielplan im Landestheater Altenburg. Da das Publikum seinen Platz mit den Darstellern auf der Drehscheibe im Großen Haus hat, empfiehlt es sich, rechtzeitig Karten zu reservieren!
In seinem Roman schrieb sich Hans Fallada seine persönliche Suchtgeschichte von der Seele. Seit seiner Jugend kämpfte Fallada gegen die Abhängigkeit von Alkohol, Morphium, Kokain und Medikamenten. Neben mehreren Aufenthalten in Entzugskliniken, unter anderem auch in Tannenfeld, kam er zweimal wegen Unterschlagungsdelikten vor Gericht. Aus der Haft entlassen, arbeitet er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. 1931 feierte er mit „Bauern, Bonzen und Bomben“ seinen ersten Erfolg als Schriftsteller. Sein 1932 veröffentlichter Roman „Kleiner Mann, was nun?“ brachte ihm internationale Berühmtheit. Nacht der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitestgehend aus dem öffentlichen Leben zurück. Abgeschieden widmete er sich seiner Arbeit als Schriftsteller. 1944 schoss er während eines Streites mit seiner Exfrau Anna Ditzen mit einer Pistole in den Tisch. Wegen Totschlagsversuch angeklagt wurde er als nicht zurechnungsfähiger Trinker in die Neustrelitzer Landesanstalt eingewiesen. Dort verbrachte er dreieinhalb Monate, in denen das Manuskript seines Romans „Der Trinker“ entstand. Posthum wurde der Trinker im Jahr 1958 veröffentlicht. Am 5. Februar 1947, verstarb Rudolf Ditzen alias Hans Fallada an den Folgen eines Rückfalls in seine Drogensucht.
Zum Stück: Der Kaufmann Erwin Sommer verheimlicht seiner, nach vierzehn Jahren Ehe entfremdeten Frau Magda, dass er mit seinem Geschäft aus Nachlässigkeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. In dieser Krise entdeckt er für sich die verführerische Wirkung des Alkohols. Schnell gerät er in die Spirale der Sucht und des sozialen Abstiegs, vom Gefängnisaufenthalt über Entmündigung bis zur Einweisung in eine Heilanstalt. Dort begegnet er der Krankenschwester Elisabeth und durchlebt mit ihr nochmals die Etappen seiner Abhängigkeit. Auf sie projiziert er die Bilder seiner Ehefrau Magda und der Kellnerin Elinor. Während Elinor zur Begleiterin berauschender Stunden wird, sieht er in der ehrgeizigen Magda mehr und mehr die Feindin, die er im Rausch hassen kann.
Es spielen Peter Prautsch und Karin Kundt-Petters.