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Denkmalschutzpreis der Stadt Altenburg 2011

Auszeichnung für Kulturdenkmal „Ohlsche Klinik“ (Foto: Ronny Seifarth)

Auszeichnung für Kulturdenkmal „Ohlsche Klinik“ (Foto: Ronny Seifarth)

Auszeichnung für Kulturdenkmal „Ohlsche Klinik“

Am 16. August 2011 tagte die Jury zur Vergabe des Denkmalschutzpreises der Stadt Altenburg. In diesem Jahr wurden insgesamt sechs Vorschläge für die Preisvergabe eingereicht. Alle Vorschläge entsprachen der Vergaberichtlinie. Nach Einzelvorstellung und eingehender Diskussion der Vorschläge wurden durch die Mitglieder der Jury einstimmig folgende Entscheidungen getroffen:

Die Mitglieder der Jury waren:

Volker Schwerd         -  Vorsitzender des Bauausschusses

Thomas Moewes      -  Kreishandwerksmeister

Frank Knutas           -  Vertreter des Denkmalbeirates

Christoph Zippel      -  Vertreter des Kulturausschusses

Anton Geerlings      -  Vertreter des Sponsors

  1. Der Denkmalpreis der Stadt Altenburg im Jahre 2011 soll an die Horizonte gGmbH Altenburg für die denkmalgerechte Instandsetzung des Kulturdenkmales Carl-von-Ossietzky-Straße 19, die sogenannte „Ohlsche Klinik“ vergeben werden. Die Horizonte gGmbH hat als Eigentümer und Bauherr das Gebäude im Inneren und im Äußeren komplett instandgesetzt und damit vorbildliche Leistungen zur Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmales und vorbildliche Leistungen bei einer Fassadeninstandsetzung erbracht.
    Das Dach wurde gemäß originalem Bestand mit roten Biberschwanzziegeln und handwerklich ausgelegten Kehlen neu eingedeckt. Die Fassaden wurden mit der historischen Putzstruktur und im bauzeitlichen Farbton instandgesetzt. Fenster, Türen, das Treppenhaus und weitere Details wurden nach denkmalfachlichen Vorgaben ausgeführt bzw. bearbeitet.
  2. Das Gebäude Carl-von-Ossietzky-Straße 19 wurde als wesentlicher raum- und gestaltbildprägender Bestandteil des heutigen Denkmalensembles „Stadterweiterung ab 1860“ im Jahre 1912 nach Plänen des Altenburger Baurates Gustav Frenzel für Herrn Dr. Ohl als Privatklinik mit Wohnungen errichtet. Das in dominanter Ecklage erbaute zweigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss wurde 1937 mit einem Anbau erweitert. Im Jahre 2012 begeht das Haus seinen 100. Geburtstag. Zum Tag des offenen Denkmals ist die „Ohlsche Klinik“ zu besichtigen.

  3. Eine Anerkennungsurkunde sollen erhalten:   
    die Muldental Therapie- und Pflege GmbH aus Bennewitz für das Kulturdenkmal Friedrich-Ebert-Straße 31 a / Franz-Mehring-Straße 17 (ehemals ALTIN) Nach jahrelangem Leerstand und akuter Bestandsbedrohung wurde ein wesentlicher Teil dieses markanten und stadtbildprägenden Gebäudekomplexes aus roten Klinkersteinen in den Jahren 2008 bis 2010 durch die zur Gruppe der Michels Kliniken gehörende Muldental Therapie und Pflege GmbH mit Sitz in Bennewitz/Sachsen umfassend instand gesetzt, umgebaut und restauriert. Das Ziel der Maßnahme bestand darin, unter weitest gehender Erhaltung des Denkmalcharakters des Gebäudes eine moderne Seniorenresidenz für Pflegebedürftige aller Pflegestufen und für Demenzkranke zu errichten.

Der in den Jahren 1907/1912 als Blockrandbebauung zwischen der heutigen Franz-Mehring-Straße und der heutigen Friedrich-Ebert-Straße errichtete Industriebau des ehemaligen Nähmaschinenwerkes L. O. Dietrich ist von besonderer denkmalpflegerischer stadtgeschichtlicher, industriegeschichtlicher und vor allem stadtbildprägender Bedeutung für die Stadt Altenburg.

Herr Dr. Harald Kunze aus Altenburg für die Fassadeninstandsetzung am Gebäude Carl-von-Ossietzky-Straße 18 (Denkmalensemble)
Herr Dr. Harald Kunze hat als Eigentümer und Bauherr die Fassaden des im Jahre 1909 nach Plänen des Altenburger Baurates Gustav Frenzel für Frau Regierungsrat Gertrud Dolch errichteten Wohnhauses denkmalgerecht instand gesetzt und damit eine vorbildliche Leistung bei einer Fassadeninstandsetzung vollbracht. Putzstruktur und Putzfarbe wurden gemäß bauzeitlichem Originalbefund rekonstruiert.
Durch seine exponierte Ecklage sowie seine Kubatur und Fassadengliederung ist das Gebäude von raum- und gestaltbildprägender Bedeutung im heutigen Denkmalensemble „Stadterweiterung ab 1860“.


Eheleute Inna und Oleksander Khorushenko aus Odessa (Ukraine) für das Gebäude Frauenfelsstraße 5 (Denkmalensemble)
Die Eheleute Khorushenko haben als Eigentümer und Bauherr im Rahmen der Gesamtinstandsetzung des Gebäudes die gründerzeitliche Schmuckfassade des Wohn- und Geschäftshauses Frauenfelsstraße 5 denkmalgerecht instand gesetzt und damit eine vorbildliche Leistung bei einer Fassadeninstandsetzung erbracht. Die Fenster und die Haustüren wurden nach historischem Vorbild aus Holz rekonstruiert. Das Dach erhielt eine neue Eindeckung aus Schiefer. Die Farbgebung der Fassade erfolgte nach Befund.
Das Gebäude Frauenfelsstraße 5 wurde mit den Gebäuden Frauenfelsstraße 6, 7 und 8 um 1900 als viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit reich gegliederter Fassade und einem zweibödigem Dach erbaut. Die besondere denkmalpflegerische und städtebauliche Bedeutung des Gebäudekomplexes liegt in der Schnittstelle zwischen historischer Altstadt und dem Quartier „Rote Spitzen“ begründet.


Herr Kai Rösser aus Nobitz für das Gebäude Carl-von-Ossietzky-Straße 44 (Denkmalensemble)
Herr Kai Rösser hat als Eigentümer und Bauherr im Rahmen der Gesamtinstandsetzung des Gebäudes die gründerzeitliche Schmuckfassade des Wohnhauses Carl-von-Ossietzky-Straße 44 denkmalgerecht instand gesetzt und damit eine vorbildliche Leistung bei einer Fassadeninstandsetzung erbracht.
Die Fenster wurden nach historischem Vorbild aus Holz rekonstruiert. Die originale bauzeitliche Haustür wurde erhalten und restauriert. Das Dach wurde neu eingedeckt. Die Farbgebung der Fassade und der Fenster erfolgte nach Befund. Das Wohnhaus Carl-von-Ossietzky-Straße 44 wurde 1886 nach Plänen des Altenburger Baumeister Wilhelm Wagenbreth für den Stein- und Bildhauer Gustav Rauschenbach erbaut und bereits 1893 nach Plänen von Max Goldmann umgebaut.

Förderverein der Grundschule Karolinum 
Der Förderverein der Grundschule Karolinum engagierte sich intensiv für die denkmalgerechte Instandsetzung der Treppenhäuser des Kulturdenkmales Karolinum und unterstützte die Stadt Altenburg bei der Vorbereitung der denkmalgerechten Instandsetzung und Restaurierung der Aula der Schule. Damit hat der Förderverein vorbildliche Aktivitäten und Initiativen zur Rettung, Sicherung und Bewahrung eines Kulturdenkmales geleistet.


 Die Preisverleihung erfolgt durch den Oberbürgermeister der Stadt Altenburg im Rahmen der öffentlichen Kulturveranstaltung 9. Altenburger Marstallkonzert zum „Tag des offenen Denkmals“ 2011 am Freitag, den 9. September 2011 in der Reithalle des Herzoglichen Marstalls.  Der Preisträger erhält eine Urkunde und einen Geldpreis in Höhe von 2.500 Euro. Die Stadt Altenburg bedankt sich nochmals recht herzlich bei allen Sponsoren des Preisgeldes und den Einreichern der Vorschläge.

Fröhlich / Referat Bauverwaltung und Bauordnung -Untere Denkmalschutzbehörde

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