

Der letzte Zivildienstleistende und auch erste Bundesfreiwillige in einer Person Christian Pihan vorn links mit den neuen Bundesfreiwilligen des Klinikum Altenburger Land ( Foto: Christine Helbig)
„Wir möchten nicht auf sie verzichten müssen!“ stellt Christine Seeger, stellvertretende Pflegedienstdirektorin und Hygieneschwester im Klinikum fest und meint damit die Bundesfreiwilligen, die mittlerweile die Zivildienstleistenden im Klinikum abgelöst haben. Birgit Reinstein ist in der Personalabteilung für die Zivildienstleistenden zuständig gewesen. Sie kann das Thema mit Zahlen untermauern. Am 01. März 1990 begannen die ersten „Zivis“ ihren Dienst im Klinikum. Seitdem haben hier etwa 380 junge Männer ihren Zivildienst geleistet. 30 von ihnen haben danach eine Berufsausbildung im Klinikum zum Gesundheits- und Krankenpfleger abgeschlossen und sind zum Teil heute noch hier tätig.
Heute sind die Freiwilligen wie damals die Zivis vor allem auf den Stationen eingesetzt, um die ausgebildeten Pflegekräfte von Hilfstätigkeiten zu entlasten. Sie teilen Essen aus, reichen etwas zu trinken und nehmen die Essenbestellung für den nächsten Tag entgegen. Im Patientenbegleitdienst sind sie auf Zuruf im gesamten Klinikum unterwegs, um Patienten zu den Untersuchungen zu begleiten. Sie sind also ganz dicht an den Patienten dran.
Das hat auch Christian Pihan (23) in den letzten Monaten im Klinikum erfahren. Er war der letzte Zivildienstleistende und weil er diesen Dienst verlängerte, ist er auch der erste Bundesfreiwillige im Klinikum Altenburger Land, wie Andreas Ilse feststellt. Andreas Ilse, ursprünglich Regionalbetreuer des Bundesamtes für Zivildienst und heute beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, dankte Christian Pihan stellvertretend für alle, die ihren Zivildienst im Klinikum abgeleistet haben, für seinen Einsatz und sein Engagement. Ilse erinnert an die Anfänge des Zivildienstes, den die letzte DDR-Regierung als Wehrersatzdienst noch auf den Weg gebracht hatte. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht musste auch für den Zivildienst Ersatz gefunden werden. Mit Hilfe eines Förderprogramms der Bundesregierung wurden die Grundlagen für einen Bundesfreiwilligendienst geschaffen, der nun wirklich freiwillig ist und allen Altersgruppen offen steht. Damit sind auch ältere Generationen angesprochen. Wer Zeit und Interesse hat, sich engagieren und weiterentwickeln will, kann sich im Bundesfreiwilligendienst einbringen.
Christian Pihan hat im September seine Ausbildung im Klinikum begonnen. „Natürlich war nicht immer alles toll.“ blickt er ganz sachlich zurück, „aber man lernt hier etwas für das ganze Leben!“ schätzt er seine Zivildienstzeit ein. Er hat vor allem gelernt, selbständig und sorgfältig zu arbeiten. Das Klima mit den Kollegen war sehr gut und nachdem er sich Vertrauen erarbeitet hatte, konnte er sehr selbständig tätig sein. Er hat gelernt, schwierige Situationen zu meistern und das gibt ihm Selbstvertrauen.
Jetzt geht der Staffelstab weiter an die Bundesfreiwilligen. Das Klinikum ist die erste Einrichtung, die in Altenburg mit dem Bundesfreiwilligendienst begonnen hat. Das war nur möglich mit guten Partnern. Mit dem Verein Weitwinkel e.V. aus Zwickau als Träger des FSJ war auch schnell ein Träger für den Bundesfreiwilligendienst gefunden. Gemeinsam mit Andreas Ilse kann man auf eine langjährige und sehr persönliche Zusammenarbeit zurückblicken, die hier wieder Erfolg verspricht.
Mehr Informationen zum Bundesfreiwilligendienst unter www.klinikum-altenburgerland.de