
Bei einem Lamm aus einer Schafhaltung im Landkreis Altenburger Land wurde der Verdacht auf Schmallenberg-Virus-Infektion festgestellt. Das Lamm war mit Missbildungen geboren worden. Die labordiagnostische Untersuchung erfolgte im Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Standort Bad Langensalza. Da die Probe nur schwach positiv reagierte, wird das Material im nationalen Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Institus auf der Insel Riems zur endgültigen Diagnosefindung noch einmal untersucht.
Der Schafhalter hatte die Symptome seinem Hoftierarzt gemeldet und dieser den Amtstierarzt informiert. Durch den Amtstierarzt wurden alle weiteren diagnostischen Untersuchungen veranlasst.
Bei dem Schmallenberg-Virus handelt es sich um eine neue Viruskrankheit. Bisher war das Virus in Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und in Deutschland in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden- Württemberg nachgewiesen worden. Als empfänglich für das „Schmallenberg-Virus“ gelten bisher Rinder, Schafe und Ziegen. Ob sich auch Wildwiederkäuer anstecken können, ist zurzeit noch unklar.
Für den Menschen besteht nach bisheriger Kenntnislage kein Gesundheitsrisiko. Das Virus wird mit großer Wahrscheinlichkeit durch Stechmücken und Gnitzen übertragen. Erwachsene Tiere zeigen nur milde Symptome wie Fieber, Verschlechterung des Allgemeinbefindens und Rückgang der Milchproduktion. Nach einer Ansteckung der Lämmer bzw. Kälber im Mutterleib kommt es aber zu schwerwiegenden Missbildungen sowie zu Früh- und Fehlgeburten. Ein Impfstoff zum Schutz vor der Infektion ist noch nicht verfügbar.
Um eine Infektion der Tiere zu vermeiden, besteht derzeit nur die Möglichkeit der Stechmückenbekämpfung. Auf Bundesebene wird zurzeit die Einführung der Meldepflicht für die Krankheit vorbereitet. Das Friedrich-Loeffler-Institut unterstützt nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Impfstoffes, wobei noch nicht klar ist, ob einmal infizierte Tiere eventuell immun gegen die Krankheit bleiben.
DVM Thurau, Fachdienstleiter Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung