
Residenzschloss Altenburg 2012 (Foto: der uNi)
500 Straußeneier ab 18. März zu sehen
„Nicht Prada sondern Breitkreutz trägt die modische Dame von Welt“, so die Sammlerin Edith Breitkreutz zu ihren selbst gefertigten Täschchen in Straußeneiform. Diese und viele andere Kostbarkeiten und Kuriositäten sind in der neuen Osterausstellung „Kreativität & xotik – Künstlerische Dekorationen auf Schmuck- und Straußeneiern“ zu sehen, seit dem 18. März im Residenzschloss gezeigt wird.
500 Eier von Laufvögeln im XXL-Format sind in den unterschiedlichsten kunsthandwerklichen Arbeitstechniken verziert. Filigrane Scherenschnitte und bestickte Motive sind Vorahnung der angewandten Vielfalt, die den Betrachter erstaunen lässt. Objekte sind mit Oblatenbildchen beklebt oder mit Spitze belegt. Des Weiteren wurden Oberflächen geritzt, geätzt, gebohrt, gesägt und bemalt. Metallbelegte Eier mit Stadt- und Burgansichten, ergänzt mit edlen Steinen stellen künstlerisch und materiell einen hohen Wert dar.
Was aber hat das Straußenei mit Ostern zu tun? In frühesten Kulturen symbolisierte das Straußenei die Schöpfung und wurde ebenso bei Beerdigungsriten eingesetzt. Straußeneischalen fanden sich in frühchristlichen Gräbern als Sinnbild der Auferstehung. Wie Christus das Grab aufsprengte, so zerbricht das Küken die feste Eierschale. Besonders das seltene Straußenei wurde mit Wunder und Erfurcht verehrt. Seine Schale ist so hart, dass sie mit einem Hammer zerschlagen werden muss, und dennoch schafft es das Küken, sie zu durchbrechen.
Neben den Straußeneiern ist in der Exposition auch eine Kollektion von 200 Miniatureiern zu finden. Natureier, zum Beispiel vom Zebrafinken, Wellensittich, Wachtel und Tauben sind bemalt, mit Sprüchen versehen oder mit winzigen figürlichen Szenen besetzt. Diese sind nur mit einer Lupe erkennbar. Unterschiedliche Materialien wie Holz, Edelstein, Perlen oder Glas sind weitere Werkstoffe. Hierbei sind die feinen Miniatureier von Carl Fabergé, Hofjuwelier des Zaren, zu nennen. Diese Schmuckeier dienten dem Zweck, als Schmuckanhänger von Mädchen und Damen an Halsketten und Armbändern getragen zu werden und galten als Glücksbringer und als Erinnerung an das Osterfest.
Die Schau im Goldsaal ist in diesem Jahr wieder der Sammlerfamilie Edith und Waldemar Breitkreutz aus Gotha zu verdanken. Diese beeindruckten die Besucher des Altenburger Residenzschlosses schon mehrfach mit großen Osterausstellungen. Mit dieser Schau wollen sich beide vom Altenburger Publikum verabschieden. Es ist die größte Straußeneiersammlung im deutschsprachigen Raum. Die Schau „Kreativität & Exotik“ ist noch bis zum 15. April 2012, Dienstag bis Sonntag und an allen Osterfeiertagen, auch Ostermontag, jeweils in der Zeit von 9.30 bis 17 Uhr zu sehen. Das Team des Schlossmuseums freut sich auf viele Besucher.