

Residenzschloss Altenburg 2012 (Foto: der uNi)
Filmemacher kommen gern nach Altenburg
Kanonendonner hallt über den Schlosshof und Katharina Thalbach ist im Brautkleid vor der Brüderkirche zu sehen – das gibt es nicht? Das gibt es doch. Diese und ähnliche Szenen spielten sich tatsächlich in Altenburg ab. Denn wenn in der Stadt Dreharbeiten stattfinden, was keine Seltenheit ist, werden mitunter kuriose Dinge inszeniert.
Seit 2000 ist die ehemalige Residenzstadt fast in jedem Jahr Schauplatz einer größeren Filmproduktion. Mitte April ist es wieder soweit, dann dreht die „Tellux Film GmbH“ für den Sender BR alpha ein Fernseh-Dokumentarspiel über die Gründung des Deutschen Reichs. Als Anfang März für das historische Doku-Drama Komparsen gesucht wurden, kamen Hunderte Interessierte jeden Alters zu einem Casting ins Hotel Altenburger Hof.
Das Altenburger Residenzschloss steht bei den Filmemachern besonders hoch im Kurs. Schlossdirektor Thomas Knechtel hat nachgerechnet: Den bevorstehenden mitgerechnet wurden seit 2005 schon zehn Spielfilme zumindest teilweise im Schloss gedreht. Über Nutzungsgebühren fließt jährlich ein vierstelliger Betrag in die Schlosskasse. Die Dreharbeiten und das Tagesgeschäft müssen aufeinander abgestimmt sein und selbstverständlich darf die historische Gebäudesubstanz keinen Schaden nehmen. Davon abgesehen unterliegen die Filmemacher kaum Einschränkungen. So verwandelten sie den prächtigen Festsaal in den Spiegelsaal von Versailles und der Balkon des Schlosshofs wurde zur Empore der Reichskanzlei.
Das historische Flair Altenburgs ist authentisch, das reizt die Filmemacher. 2005 nahm ein sogenannter Location-Scout der Mitteldeutschen Filmförderung (MDM), der auf der Suche nach geeigneten Drehorten war, das Schloss in seine Kartei auf. „Danach verstärkten sich die Anfragen von Filmfirmen“, so Thomas Knechtel. In der MDM-Publikation „Produktionszentrum Altenburg“ heißt es: „Für Dreharbeiten sind die Bedingungen vor Ort optimal. Die Stadt bietet eine Konzentration unterschiedlicher historischer Locations an logistisch gut erschlossenen Drehorten und eine entsprechende Infrastruktur. Die Stadtverwaltung steht Dreharbeiten aufgeschlossen und engagiert gegenüber.“ An der Erarbeitung des Exposés, das eine Reihe nützlicher Informationen für Filmemacher enthält, war seitens der Stadt Tino Scharschmidt beteiligt. Der Referatsleiter für Wirtschaftsförderung ist auch erster Ansprechpartner, wenn es um die Realisierung von Filmprojekten im Stadtgebiet geht.
Die MDM-Publikation „Produktionszentrum Altenburg“ ist als pdf-Dokument auf den städtischen Internetseiten eingestellt (www.altenburg.eu, auf der Startseite „Wirtschaft“ anklicken, Unterpunkt „Drehort Altenburg“).