
Steffen Gründel wurde zum Thüringer des Monats Februar 2012 gewählt (Foto: der uNi)
Als sich am Mittwoch die Türen im Saal des Landratsamts öffneten, konnte Steffen Gründel noch nicht Wissen was auf ihn zu kam. Viele Journalisten mit Kameras und 2 Filmteams begrüßten gemeinsam mit vielen Gratulanten unter anderem Regina Lang vom MDR und Landrat Sieghardt Rydzewski, den frisch gebackenen Thüringer des Monats.
Vorgeschlagen wurde Herr Gründel durch Susann Seifert mit einem Brief an die Jury zur Auswahl des Thüringers des Monats. Anbei einige Zeilen aus diesem Anschreiben.
Warum sich der Altenburger Polizist Steffen Gründel, dieser Ehrung in besonderer Weise verdient gemacht hat…
… Weil er im Jahre 2006 den festen Entschluss fasste, ein nachhaltiges Präventionsprojekt gegen sexuellen Missbrauch an Kindern ins Leben zu rufen, er seither dieses Ziel verfolgt und seine Visionen Realität werden ließ. Ganz im Sinne des Gemeinwohls, vor allem zum Schutz unserer Kinder!
Erste Ergebnisse haben nicht lange auf sich warten lassen, da Herr Gründel aufgrund seiner Tätigkeit als Polizist über entsprechende fachlich fundierte Ressourcen verfügt und er seinen Beruf – oder besser, seine Berufung – auch über die Grenzen seines Dienstes hinweg lebt. Als „Ehrenamtler“ kann Herr Gründel auf eine erstaunliche Anzahl an Aktivitäten, die er mit viel Idealismus, Leidenschaft und ohne Rücksicht auf seine eigene Freizeit anpackte, zurückblicken:
- entwickelte das Präventionsprojekt „Nina und der Fremde“
- schrieb das Drehbuch für das Präventionsvideo „Nina und der Fremde“ (2006/2007)
- schrieb das Kniebuch „Nina und der Fremde“ (2007)
- schrieb die Handreichung für Pädagogen zum Thema „Sexueller Missbrauch an Kindern – Eine Gefahr auf dem Schulweg – Erkennen und vorbeugen“ (2007)
- wirkte bei der Produktion des Liedes „Nina und der Fremde“ und eines „Mutmachlieds“ mit
- konnte mit Hilfe des Landratsamtes Altenburger Land (Materialkosten) ermöglichen, 56 Kindertageseinrichtungen im Altenburger Land jeweils ein Kniebuch und eine Handreichung für PädagogInnen kostenlos zur Verfügung zu stellen
- entwickelte des Präventionsprojekt „Policat rät: Nicht nur Schokolade“ (2009)
Seit 2006 betreibt er mit hohem Engagement Präventionsarbeit und entwickelt seine Präventionsmaterialien und -werkzeuge kontinuierlich weiter. Nach dem Projekt I „Nina und der Fremde“ und einige Erfahrungen später, hat er im Jahre 2010 das Projekt II „Policat rät: Nicht nur Schokolade“ ins Leben gerufen.
Auch Policat hat schon längst Einzug in die Kindertageseinrichtungen in unserem Landkreis gehalten und vielen Kindern Spaß

Policat (Foto: der uNi)
bereitet, sie ermutigt und vor allem als Vorbild und Ratgeber fungiert. Mit dem Projekt „Policat rät: Nicht nur Schokolade“ hat Herr Gründel einen weiteren Meilenstein erreicht, auf den er lange hingearbeitet hat.
Überdies ist es Herrn Gründel in jüngster Vergangenheit gelungen, Altenburger Graffitikünstler für seine Arbeit zu begeistern und vor allem zu aktivieren. Warum nicht künstlerische Möglichkeiten mit sinnvollen Inhalten verbinden? Unter dem Motto „Policat meets Graffiti – Lebendige und aufmerksamkeitsstarke Präventionsarbeit gestalten“ wurde nun das erste Trafohaus mit Bildungsauftrag in Altenburg – Nord thematisch mit dem Gestaltungswerkzeug Sprühdose verschönert.
Alle notwendigen finanziellen und materiellen Mittel für seine Projekte hat er selbst aufgebracht oder zum Teil mühsam akquiriert. Unseren Kindern eine unversehrte Zukunft zu sichern und sie zu selbstbewussten, starken Persönlichkeiten zu machen, das ist die Motivation, die Herrn Gründel zu diesen bemerkenswerten Ergebnissen antreibt.
Übrigens: Mit der Auszeichnung würdigen der MDR THÜRINGEN und die Thüringer Ehrenamtsstiftung dieses außerordentliches Engagement. Die MDR-Berichte über die Auszeichnung werden am heutigen Freitag, 02. März ausgestrahlt: MDR 1 RADIO THÜRINGEN im Fazit ab 18 Uhr und das THÜRINGEN JOURNAL strahlt den Filmbericht zwischen 19:00 Uhr und 19:30 Uhr aus.