
Mit beachtlichen 10,2 % Wachstum bei den Übernachtungen für das vergangene Jahr 2011 steht das Altenburger Land an der Spitze der Tourismusregionen in Ostthüringen und übertrifft die 0,6 % Wachstum des Freistaats – zumindest im Verhältnis – um ein Vielfaches. Das statistische Landesamt Thüringen veröffentlichte in diesen Tagen seine Zahlen für das letzte Jahr und erfreute nicht nur den Vorsitzenden des Fremdenverkehrsverbandes, Landrat Sieghardt Rydzewski, mit dem positiven Abschneiden des Landkreises. 27 geöffnete Betriebe mit insgesamt 1.122 Betten tragen zur Statistik bei. Noch nicht gerechnet sind der Ferienpark Pahna und die vielen kleinen Vermieter mit unter neun Betten, die traditionell gut ausgelastet sind. Denn allein Pahna punktet mit über 38.000 Übernachtungen und geschätzt dürften die etwa 20 kleinen Vermieter ebenfalls noch einmal ca. 2000 Übernachtungen generieren. Insgesamt kommen die Altenburger Touristiker auf knapp 200.000 Übernachtungen im Jahr.
Auch die lange Jahre unter 30 % liegende Auslastung der Betten hat sich merklich bewegt und liegt bei 32 %. Natürlich sei dies nur die halbe Wahrheit, so Rydzewski, denn die meisten Übernachtungsbetriebe belegen ihre Doppelzimmer oft nur mit einem Gast, so dass die Zimmerauslastung um einiges höher läge und die für die wirtschaftlichkeit kritischen 40% bei vielen Betrieben schon lange überschritten habe. Getragen wird das Wachstum von der Stadt Altenburg, aber eben auch aus dem ländlichen Raum heraus.
Die Aufenthaltsdauer der Gäste im Altenburger Land mit 2,3 Tagen liegt im Landestrend von 2,9 Tagen in ganz Thüringen, wobei der Aufenthalt in den Thüringer Städten im Durchschnitt zwei Tage beträgt. Hier setzen die vielfältigen Programmbausteine der Altenburger Tourismus GmbH an, mit denen die Hoteliers den Aufenthalt ihrer Gäste, darunter viele Reisegruppen abwechslungsreich gestalten können. Davon profitieren auch viele kulturelle Angebote in der Stadt und originelle Anbieter auf dem Land. Ein positiver Wirtschaftskreislauf, der mit den zahlreichen Tagestouristen noch viel kraftvoller ist, als die Übernachtungsstatistik vermuten lässt. Allgemein rechnet man auf jede Übernachtung bis zu sieben Tagesgäste. Das wären dann im Altenburger Land geschätzte 1,4 Millionen Besucher.
Ziemlich genau zehn Jahre sind vergangen seit von 2000 auf 2001 die Übernachtungszahlen unvermittelt von 144.800 Übernachtungen auf 108.300 Übernachtungen fielen. Fast zehn Jahre brauchte die Region, um sich auf das Niveau von heute wieder auf 137.759 Übernachtungen hochzuarbeiten. Von 38 Betrieben im Jahr 1998 sind heute noch 27 Häuser übrig geblieben. Es sei keine einfache Aufgabe für die Hoteliers, die sich in Zeiten klammer Geldbeutel und zurückgehender Ausgabenbereitschaft auf einem hart umkämpften, internationalen Markt behaupten müssen, weiß Rydzweski. „Wer heute weg fährt, kann für das nahezu selbe Geld nach Mallorca, in die Türkei oder nach Thüringen fahren. Wir müssen also genau unseren Markt finden und mit unseren Angeboten passgenau bedienen.“ Die enge Zusammenarbeit des Fremdenverkehrsverbands, der Stadt Altenburg, der Altenburger Tourismus GmbH und der Hoteliers hält Rydzweski letztendlich für das Erfolgsgeheimnis. „Wir versuchen, alle an einem Strang zu ziehen und immer die wirtschaftlichen Aspekte im Blickfeld zu behalten. Vor allem die Stadt Altenburg trägt mit der Finanzierung der Altenburger TourismusInformation und einem eigenen Tourismus-Budget maßgeblich zur Entwicklung der Destination bei. Über diese Vernetzung können wir mit unseren verhältnismäßig beschränkten Mitteln unsere Tourismusunternehmen am besten unterstützen und Arbeitsplätze erhalten .“
So blickt der Vorsitzende des Fremdenverkehrsverband Altenburger Land e.V. mit Stolz in das Jubiläumsjahr: „Nach 20 Jahren hat sich unsere kontinuierliche Arbeit der kleinen Schritte gelohnt.“ Pläne für die nächsten Jahre sind natürlich schon mit allen Partnern in einem Marketingplan für die Stadt und den Landkreis formuliert.