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Ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt ist unterwegs in das „Theater des Westens“

Como vento zur Frühlingsnacht in Altenburg 2012 (Foto: der uNi)

Como vento zur Frühlingsnacht in Altenburg 2012 (Foto: der uNi)

Als sich Ende 2009 in den Räumen der Altenburger Brauerei fünf Jugendliche zur ersten Sambaprobe trafen, hat noch niemand geahnt, welchen Weg die Idee, Jugendliche für Musik und Sport zu begeistern, nehmen wird. Gefördert über das ESF – Bundesprogramm „Stärken vor Ort“ begannen unter der Trägerschaft des SV Aufbau Altenburg, angeleitet von einem Musiker und einem  sozialpädagogischen Betreuer die Probearbeiten. Bereits nach drei Monaten konnte die erste „Auftrittsluft“ geschnuppert werden, die junge Trommelgruppe  begleitete die Handballerinnen des SV Aufbau Altenburg lautstark zu den Heimspielen.
Ein erster öffentlich wahrnehmbarer Auftritt erfolgte zur Altenburger Frühlingsnacht 2010. Dank der vielen positiven Rückmeldungen seitens des Altenburger Publikums stand ab diesem Zeitpunkt  fest: „Genau das wollen wir machen!“

Im Sommer 2010 kamen die Johanniter mit ins Boot. Erkennend, welches Potential an sozialen Lernmöglichkeiten in diesem Projekt steckt, wurde nach Möglichkeiten gesucht, auch bei Ausbleiben von ESF Fördermitteln qualitativ und hochwertig weiterzuarbeiten.
Der Proberaum – der mittlerweile für die wachsende Zahl der Trommlerinnen viel zu klein wurde, wurde  in die untere Etage des Kinder- und Jugendhauses verlegt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe beschaffte aus Eigenmitteln weitere Instrumente , ebenso  ein erstes einheitliches Outfit. Als im Jahr 2011 die Gruppe auf 25 Sambistas angewachsen  war, musste endlich ein griffiger und bezeichnender Name her.

Wir haben uns für Como vento entschieden, das heißt: „Wie der Wind“.

Finanziell unterstützt durch die Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche  ging es auf eine erste kleine Tournee, wir spielten in Franken, auf einem vogtländischen Festival und heizten den Frauen zur Internationalen Thüringenrundfahrt am Ziel ein. Im Januar 2012 spielte Como vento zum Einhundertsten Mal in der Öffentlichkeit.


„Heute spielen bei uns ca. 30-40 junge Menschen“ sagt Janek Rochner-Günther, der gemeinsam mit Bernd Barchfeld und Susan Bessel  die Proben und  die Auftrittsarbeiten koordiniert. Das dürfte für den Thüringer Raum, vielleicht sogar für den gesamten mitteldeutschen  Raum ein ziemlich einzigartiges Projekt sein. Hier machen Kinder, Jugendliche,  Erwachsene, Behinderte und Nichtbehinderte, eben  Menschen aus allen Lebenslagen, die das Leben so hergibt, miteinander Musik. Da wird hart miteinander gearbeitet, gelacht und auch mal gehadert. Letztlich ist es aber so, dass sich immer wieder die Erkenntnis zeigt, nur wenn wir aufeinander achten, wird es auch funktionieren.

„Die Zusammenarbeit mit dem SV Aufbau Altenburg ist für beide Seiten ein Gewinn“, sagt Janek Rochner-Günther. „Der SV Aufbau Altenburg ermöglichte unter anderem  mit einer Förderung durch den ESF, das acht unserer Jugendlichen die Jugendleiter – Card bekommen konnten. Zudem haben wir durch das gemeinsame Reisen mit den Prinzenräuberinnen die Gelegenheit, in ganz Mitteldeutschland zu spielen. So können wir auf unser Projekt aufmerksam  machen und Interesse wecken.“ Como Vento spielt heute, natürlich bei rechtzeitiger Vorbestellung, auf Stadtfesten, Vereinsfesten, Hochzeiten und Geburtstagen.

Und dieses Jahr spielt Como vento in Berlin! 

Aufmerksam geworden ist auf uns auch die Bundesgeschäftsstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe. Anlässlich des 60 jährigen Jubiläums der JUH, hat sie Como Vento  eingeladen um zum Festakt im „Theater des Westens“ zu spielen. Die Probearbeiten laufen auf Hochtouren und Aufregung macht sich breit. Mehr als 1000 Gäste werden erwartet, darunter auch bekannte Gesichter aus Wirtschaft und Politik.

„Die Einladung nach Berlin ist eine schöne Geste des Dankes an unsere Kinder und Jugendlichen “ sagt Janek Rochner-Günther.  Abschließend meint er: „Eine wilde Truppe aus einer schönen,  kleinen Stadt im Zentrum Mitteldeutschlands spielt in einem Haus mit großem Namen“.

„Wer hätte das gedacht?“

Frau Etzold

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