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Trotz Stolpersteinen großer Erfolg

Das Modellprojekt „Bürgerarbeit Altenburg“ befindet sich jetzt in der letzten Phase. Es wurden über 2.700 Personen gleichzeitig involviert. Über 1.200 Integrationen auf den ersten Arbeitsmarkt konnten registriert werden. Bis heute sind 220 Hilfebedürftige in Bürgerarbeitsstellen beschäftigt. Über ein Viertel ist nicht mehr auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen und zehn Prozent sollen perspektivisch in eine dauerhafte Beschäftigung einmünden.

Mit Beginn des Modellprojekts am 15. Juli 2010 konnte die größte Stadt im Landkreis von Bürgerarbeit profitieren. „Wir haben uns ganz bewusst für die Stadt Altenburg als Modellregion entschieden, da mehr als die Hälfte der in Frage kommenden Arbeitslosengeld-II-Bezieher des Landkreises im Stadtgebiet wohnen. So konnten wir so viel wie möglich Hilfebedürftige in das Projekt einbeziehen.“, so Ingrid Meineck-Schmiedl, Geschäftsführerin der Altenburger Arbeitsagentur.

Das Konzept zu Bürgerarbeit beinhaltet vier Phasen. In den ersten drei Stufen wird sechs Monate lang neben Beratung, Aktivierung und Vermittlung hauptsächlich durch Qualifizierung und Förderung versucht, Menschen in Arbeit zu bringen. So waren in Altenburg von Juli 2010 bis Januar 2011 über 2.700 Personen gleichzeitig im Rahmen von Gesprächen und Aktivierungsmaßnahmen in das Projekt involviert. Während dieser Zeit konnten über 1.200 Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt registriert und die Arbeitslosigkeit im Stadtgebiet um 15 Prozent gesenkt werden. Erst wenn all dies nicht zum Erfolg führte, kam ab 15. Januar 2011 die vierte Phase – die sogenannten Bürgerarbeitsstellen – zum Tragen.

Geplant war die Einrichtung von 325 solcher Arbeitsstellen. Durch die anfängliche Ablehnung der Einbeziehung von Trägern wegen möglicher Arbeitnehmerüberlassung lief dieser Teil des Modellprojektes eher schleppend an. Ab Mitte des Jahres waren diese Unwegsamkeiten aus der Welt geschaffen und auch besagte Trägervariante zugelassen.

So konnten bis zum heutigen Tag über 100 Anträge mit 220 Bürgerarbeitsplätzen durch das Bundesverwaltungsamt bewilligt werden. Von den Maßnahmen finden unter anderem:


  • 33 im sozialen Bereich
  • 14 im ökologischen Bereich
  • 22 im Sport- und Freizeitbereich
  • und 33 im Bereich von Kunst und Kultur statt.

Allerdings wurde nicht über jeden Antrag positiv entschieden. So mussten 22 geplante Projekte abgelehnt werden. „Wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass nur Arbeiten gefördert worden sind, die die Menschen beruflich und persönlich ein Stück weiterbringen. Ebenso haben wir in enger Zusammenarbeit mit den Kammern darauf geachtet, dass keine Arbeitsplätze vom regulären Arbeitsmarkt durch geförderte Arbeitnehmer verdrängt werden.“, so die Leiterin der Arbeitsagentur.

„Ziel der vierten Phase – also der Bürgerarbeitsstellen – war bzw. ist unter anderem die Integration von Alleinerziehenden, Personen mit gesundheitlichen Problemen und Hilfe für Familien, in denen beide Elternteile arbeitslos sind.“, so Meineck-Schmiedl. Neben den beruflichen, persönlichen und sozialen Entwicklungsmöglichkeiten in einer solchen Arbeitsstelle spielt die finanzielle Situation der Betreffenden keine unerhebliche Rolle. Umso erfreulicher ist, dass über ein Viertel der Bürgerarbeiter ihre Hilfebedürftigkeit beenden konnten und somit nicht mehr auf Arbeitslosengeld-II angewiesen sind.

„Wir erhoffen uns, dass bis zum Ende der – in der Regel 3-jährigen – Förderung der Arbeitsstellen mindestens zehn Prozent der dort Beschäftigten dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Angesichts der zum Teil schwierigen persönlichen Situation der Arbeitnehmer sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Aber Erfahrungen aus vergangenen Projekten zeigen, dass es möglich ist.“, gibt sich die Agenturchefin zuversichtlich.

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