

Wohlfühlen in Altenburg v.l n.r. André Neumann, Johannes Ungvari, Bernhard Vogel, Uwe Melzer (Foto: Privat)
Es war ein symbolträchtiges Bild in der Seniorenresidenz “Pflege daheim” in Altenburg:
Das Alter der über 50 Besucher einer Diskussionsrunde, zu der die Kandidaten der CDU für den Oberbürgermeister (Andrè Neumann) und für den Landrat (Uwe Melzer) eingeladen hatten, reichte von 20 bis 90 Jahren. Sie vereinte die Frage, was verändert werden muss, damit sich alle Generationen in Altenburg und im Altenburger Land wohlfühlen und hier ihre Heimat sehen. Dieses Symbol reichte bis ins Podium: Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel und Alt-Oberbürgermeister Johannes Ungvari hatten zwischen den beiden Kandidaten Platz genommen. Sie bereicherten mit ihrem Erfahrungsschatz die angeregte Diskussion.
Bernhard Vogel hob die guten Voraussetzungen der Region in Mitteldeutschland hervor. Mit dem Schloß, dem Theater, dem Lindenau-Museum und dem Skatspiel verfügt Altenburg über beste Voraussetzungen zum Wohlfühlen. Die Stadt solle aber weder versuchen, den umliegenden, größeren Städten wie Leipzig Konkurrenz zu machen, noch sich als reine Wohnstadt betrachten. “Altenburg kann das kulturelle Zentrum Ostthüringens werden”, so der beliebte thüringer Politiker.
Die Kandidaten kamen auch gleich zur Sache: Die ständigen Konflikte zwischen den jetzigen Amtsinhabern Wolf und Rydzewski, ihr mangelnder Draht zur Landesregierung und die destruktive Art Wolfs gegenüber den Umlandgemeinden hat vieles zum Stillstand gebracht. Ein Beispiel ist das unwürdige Gezerre um die Theaterfinanzierung. Uwe Melzer und Andrè Neumann werden mit Kooperation statt Konfrontation gemeinsam für die Region in Erfurt auftreten und einen sachlichen Stil in der Kommunalpolitik pflegen. In der fast zweistündigen, angeregten Diskussion wurde klar, dass es viele Kleinigkeiten sind, die Wohlfühlen in der Heimat ausmachen. Es ging um mangelnde Ordnung und Sauberkeit, ein nicht ausgereiftes Verkehrs-, Park- und Handelskonzept, die bessere Einbeziehung des Stadtforums in Planungsfragen oder eine altersgerechte Infrastruktur der Stadt.
“Besonders gefreut habe ich mich, dass nicht alle Gäste eine vorgefasste Wahlmeinung hatten, sondern sich ein persönliches Bild von uns CDU-Kandidaten und ihren Programmen machen wollten”, so OB-Kandidat Neumann nach der Diskussion. Beide Kandidaten nutzten die zahlreichen Fragen, um umfassend und deutlich ihre Visionen für die Region darzulegen. Beispielsweise machte Melzer klar, wie er die Möglichkeiten der zentralen Lage in Mitteldeutschland gemeinsam mit dem Landrat des Leipziger Landes, Dr. Gey (CDU), intensiver nutzen wird. Neumann beschrieb seine Vorstellungen zu einer barrierefreien Innenstadt und für die Entwicklung des Geländes “Großer Teich – Bismarkturm – Hellwiese” zu einem Mehrgenerationenareal.
“Ein Diplom-Kaufmann im Rathaus und ein Verwaltungsfachmann im Landratsamt, das sind beste Voraussetzungen für Ihre Region in den nächsten sechs Jahren” warb Bernhard Vogel. Das Schlusswort jedoch blieb einer resoluten und interessierten Bewohnerin der Seniorenresidenz vorbehalten. Sie lobte unter dem Beifall der Anwesenden den Inhaber der Einrichtung, Michael Hose, als umsichtigen und immer freundlichen Chef. Wohlfühlen in Altenburg hat eben viele Facetten.