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48 Millionen Euro für das Lindenau-Museum Altenburg

Lindenaumuseum Altenburg (Foto: der uNi)


Wie im Laufe des Nachmittags bekannt wurde, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages heute entschieden, die Sanierung des Lindenau-Museums Altenburg, die Erweiterung des Museums um Flächen im Herzoglichen Marstall im Altenburger Schlosspark sowie die Aufbereitung des Museumsumfelds mit insgesamt 24 Millionen Euro zu fördern.

Das bedeutet, dass die Zuwendung durch den Bund durch eine Summe in gleicher Höhe durch den Freistaat Thüringen aufgestockt wird. Das Lindenau-Museum erhält also für das Gesamtprojekt „Das Lindenau-Museum Altenburg mit Herzoglichem Marstall und Parkanlagen“ von 2019 bis 2026 insgesamt 48 Millionen Euro.

Das Lindenau-Museum Altenburg in der Trägerschaft des Landkreises Altenburger Land zählt zu den 23 national bedeutsamen Kultureinrichtungen in den neuen Ländern. Es wurde 1848 von dem Staatsmann, Astronomen und Mäzen Bernhard August von Lindenau (1779–1854) gleichzeitig mit einer bis heute bestehenden Kunstschule gegründet. 1876 wurde das heutige Museumsgebäude errichtet. Seinen internationalen Ruf verdankt das Museum vor allem einer einzigartigen Sammlung von 180 frühitalienischen Tafelbildern, die ebenso Lindenau erworben hat wie eine Sammlung antiker Vasen, Architekturmodelle, eine Gipsabguss-Sammlung und eine Kunstbibliothek. Insbesondere nach 1945 wurden die Bestände, die heute auch Gemälde und Grafik vom Barock bis zum 19. Jahrhundert einschließen, bedeutend erweitert um Gemälde, Plastik und Grafik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt liegt in den 1920er Jahren. Das Museum bewahrt darüber hinaus eine der größten Sammlungen von Werken Gerhard Altenbourgs.

Seit Jahren beklagt das Museum seine Platznot, den Zustand der veralteten Depots, fehlende Barrierefreiheit und Klimatisierung der Ausstellungsräume.

Nach dem Amtsantritt von Direktor Dr. Roland Krischke am 1. November 2016 legte das Museum im Frühjahr 2017 eine Neukonzeption mit dem Titel „Der Leuchtturm an der Blauen Flut – Das neue Lindenau-Museum und die Altenburger Trümpfe“ vor. Danach sollen Büros, Depots, Werkstätten und die Grafische Sammlung aus dem Bestandsgebäude ausgelagert werden, um mehr Platz für die Dauerausstellung, die Kunstschule, Kasse, Shop und zeitgemäße sanitäre Anlagen zu gewinnen sowie Barrierefreiheit herzustellen. Als Erweiterungsgebäude wurde der im Besitz der Stadt Altenburg befindliche Marstall ins Auge gefasst. Diese Ideen stießen in Altenburg und im Freistaat auf große Zustimmung und veranlassten auch zahlreiche Landes- und Bundespolitiker – darunter neben dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke), dem Thüringer Landtagspräsidenten Christian Carius (CDU), der Finanzministerin Heike Taubert (SPD) und Innenminister Georg Maier (SPD) auch die Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing (FDP), Christian Hirte (CDU) und Johannes Kahrs (SPD) – zu Besuchen im Lindenau-Museum.

Im Laufe des Jahres 2017 konnte die Finanzierung der Sanierung des Museumsgebäudes durch den Freistaat Thüringen und den Landkreis Altenburger Land gesichert werden. Offen blieb jedoch die Finanzierung des dringend erforderlichen Erweiterungsgebäudes.
Insbesondere die Ostthüringer Bundestagsabgeordneten Elisabeth Kaiser und Volkmar Vogel machten sich gemeinsam mit Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, dem Chef der Thüringer Staatskanzlei, für eine Unterstützung durch den Bund stark.

Die Sanierung des Lindenau-Museums ist bereits geplant, die Neueröffnung nach Schließung von 2020 bis 2022 für den 1. April 2023 anberaumt. Mit der kräftigen Förderung aus Berlin und Erfurt kann nun auch die Sanierung des Herzoglichen Marstalls angegangen werden. Eine detaillierte Planung für die weiteren Schritte wird der Landkreis Altenburger Land gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen und der Stadt Altenburg erstellen.

Direktor Krischke und sein Team zeigten sich überwältigt von der schönen Nachricht:

„Für das Lindenau-Museum ist das eine entscheidende Wende. Endlich werden wir das Haus der Bedeutung seiner einzigartigen Sammlungen gemäß entwickeln können. Ein Haus dieser Qualität kann auch positiven Einfluss auf die Entwicklung der Stadt und des Landkreises nehmen. Wir sind uns dieser Verantwortung sehr wohl bewusst und werden den bislang nur glimmenden Leuchtturm zum Strahlen bringen. Ein herzlicher Dank allen, die uns auf unserem bisherigen Weg unterstützt haben und es weiter tun werden!“

Artikel: Sophie Thorak, Presse / Kommunikation

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