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6.600 Schüler im Altenburger Land profitieren künftig von „Sozial-Profis“ in Klassenzimmern

Landratsamt Altenburg (Foto: der uNi)


Gegen Mobbing, Sucht und Schulschwänzen – für ein gutes Schulklima

Schulsozialarbeit für Schulhöfe und Klassenzimmer: Wenn der Kreistag in der nächsten Woche zustimmt, profitieren im Altenburger Land zukünftig rund 6.600 Kinder und Jugendliche von der Schulsozialarbeit des Jugendamtes, 2.500 mehr als bisher. Geleistet wird sie von 21 Schulsozialarbeitern, zu deren Finanzierung der Freistaat einen Großteil beiträgt.

Für das Jugendamt stehen sie hoch im Kurs: „Die Experten mit sozialpädagogischem Background kümmern sich um Probleme, die an Schulen auftauchen – von Jugendgewalt und Mobbing über Schulschwänzen bis hin zur Drogen-, Alkohol- oder Internet-Sucht“, so Dirk Nowosatko, Leiter des Fachbereiches Soziales, Jugend und Gesundheit im Landratsamt. Aber sie kümmern sich auch um das, was Kindern und Jugendlichen sonst im Alltag auf den Nägeln brennt – von der zu hohen Handyrechnung bis zum Liebeskummer.

Für den Leiter des Jugendamtes ist die Schulsozialarbeit eine Art „soziale Feuerwehr“, die zu 90 Prozent „Brandvermeidung“ leiste, also Prävention. „Nur bei 10 Prozent geht es wirklich ums Löschen. Die ‚soziale Schul-Feuerwehr’ kommt dabei im Klassenzimmer und auf dem Schulhof genauso zum Einsatz wie im Lehrerzimmer, denn sie glättet auch die Wogen, wenn es einmal Ärger mit Lehrerinnen oder Lehrern gibt. Und natürlich auch dann, wenn der Haussegen schief hängt – wenn Kinder und Jugendliche Probleme mit den Eltern haben“,
so Nowosatko.

Das Jugendamt des Altenburger Landes schickt mit den sozialpädagogischen Fachkräften „Integrationsprofis“ an die Schulen, die eng mit Streetworkern und Sozialarbeitern in der Jugendarbeit kooperieren und immer dann zur Stelle sind, wenn es um Ausgrenzung, Mobbing oder Gewalt geht. Und sie unterstützen Schülerinnen und Schüler: „Ob es darum geht, einen schulischen Durchhänger zu meistern oder die optimale Schulkarriere zu planen, die Schulsozialarbeit im Landkreis ist ein Qualitätsmerkmal für die Klassenzimmer“, sagt Dirk Nowosatko. Mit den sozialpädagogischen Fachkräften investiere das Jugendamt gezielt in die Startchancen von Kindern und Jugendlichen.

Probleme, die Kinder und Jugendliche am Lernen hindern, gebe es an allen Schulen im Landkreis gleichermaßen, unabhängig von Schultyp oder Standort, wie der Jugendhilfeausschuss zuletzt festgestellt hatte.

Die Schulsozialarbeiter sind auch dann zur Stelle, wenn Leistungs- oder Wettbewerbsdruck einmal überhand nehmen. Und: Gemeinsam mit den Bildungslotsen des Jugendberufsservice „LEVEL3“ in der Altenburger Fabrikstraße begleiten sie bei vielen den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf.

Auch bei Kriminalität, Rassismus und Rechtsradikalismus sind die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen wichtige Ansprechpartner für die Jugendlichen. „Mit ihrer präventiven Arbeit bietet das Jugendamt eine enorme Hilfe für die Schülerinnen und Schüler“. Das Jugendamt in Altenburg will deshalb die sozialpädagogische Arbeit an den Schulen nach Möglichkeit noch weiter ausbauen. „Ab diesem Jahr können rund 70 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler die Hilfsangebote nutzen. Das Ziel muss jedoch sein, alle Kinder und Jugendlichen im Landkreis mit unseren Schulsozialarbeitern zu erreichen“, so Nowosatko.

Unterstützung dabei könnte aus Erfurt kommen. Sollte es auch zukünftig eine rot-rot-grüne Landesregierung geben, wolle diese ihrem Koalitionsvertrag zufolge die Schulsozialarbeit auf alle Schulen ausweiten und auch dauerhaft finanzieren. „Die soziale Arbeit an den Schulen bringt einen Gewinn für jeden Schüler. Und das sollten wir nutzen“, sagt Dirk Nowosatko.

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