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„Das Runde und das Eckige“: Fußball-Schau im Lindenau-Museum

Lindenaumuseum Altenburg (Foto: der uNi)


Seit Donnerstag rollt der WM-Ball in Russland. Vom allgemeinen Fußball-Fieber gepackt, wagt sich das Lindenau-Museum mit seiner neuen Sonderausstellung „Das Runde und das Eckige. Fußball in der Kunst“ in dieses in der Kunst bisher nur sporadisch erstürmte Feld. Die Eröffnung am 6. Juni 2018 war ein Höhepunkt der diesjährigen Altenburger Museumsnacht. Bis zum 2. September ist die Schau noch zu sehen.

„Schon seit sich der moderne Fußball im 19. Jahrhundert in England etablierte, setzen sich auch Künstler mit dem Phänomen auseinander“, so Ausstellungskurator Dr. Benjamin Rux. Im Haus an der Gabelentzstraße werden Arbeiten unterschiedlichster Techniken – von Keramik, Plastik, Malerei, Zeichnung und Druckgrafik spannt sich der Bogen zu Fotografie und Film – präsentiert.
„Die Werke sind aus dem Besitz des Lindenau-Museums sowie Leihgaben des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, der Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung, der Harun Farocki GbR sowie aus mehreren Privatsammlungen“, erklärt Rux.

Highlight der Ausstellung ist die Videoinstallation „Deep Play“ (2007) des international bekannten Filmemachers und Videokünstlers Harun Farocki. Das Werk umkreist das WM-Finale 2006 zwischen Italien und Frankreich aus zwölf verschiedenen Kameraperspektiven. Zwei Einstellungen widmen sich etwa nur den beiden Kapitänen, Zinédine Zidane und Fabio Cannavaro, eine andere zeigt die Tiefgarage des Berliner Olympiastadions während des Spiels, die nächste ausschließlich die Trainerbank und eine weitere die Moderation für blinde Zuschauer.

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden grafische Arbeiten von Künstlern der Leipziger Schule wie Wolfgang Mattheuer, Rolf Münzner oder Peter Schnürpel. Daneben stellt sich bei Arbeiten von Max Klinger und Willi Baumeister die Frage nach dem Idealbild eines Sportlers und einer von Kommerz, Doping und Populismus gekennzeichneten Realität.
Die legendären Fußballspiele der Leipziger „Art Breaker“ gegen die Mannen der Künstlergruppe „Clara Mosch“ aus Karl-Marx-Stadt, die zu DDR-Zeiten regelmäßig ausgetragen wurden, werden schließlich in Fotos von Ralf-Rainer Wasse erstmals ausführlich präsentiert.

„Fußball ist ein Kulturphänomen und eben nicht nur Champions League und Bundesliga“, so Museums-Direktor Dr. Roland Krischke. „Mit dieser Ausstellung wollen wir eine ungewöhnliche Seite unseres Kunstmuseums zeigen“, fährt er fort.
Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr und an Samstagen, Sonn- sowie Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei.

Tom Kleinfeld
Öffentlichkeitsarbeit

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