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Unsicherheiten bei der Herzdruckmassage steigen


Die Angst vor der Reanimation

Der plötzliche Herzstillstand gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland: Jedes Jahr trifft es mindestens 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses. Schnelles Handeln von Helfern ist der wichtigste Überlebensfaktor, denn mit jeder Minute ohne Hilfe, sinkt die Überlebenschance des Betroffenen. Wenn nach 5 Minuten keine Maßnahmen ergriffen werden, ist das Überleben unwahrscheinlich. Nur 39 Prozent leisten eine Herzdruckmassage, wenn Sie einen Bewusstlosen finden. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) auf dem Anästhesiekongress in Leipzig mit. 2019 waren es 3 Prozent mehr.

Die Gründe dafür sind vielfältig, weiß Bärbel Kleinoth, Erste-Hilfe-Ausbildungskoordinatorin bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. im Regionalverband Ostthüringen. „Jemanden zu helfen, benötigt Überwindung. Der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt oft mehr als 15 Jahre zurück, was in dem Moment die Menschen zusätzlich verunsichert. Viele Menschen haben Angst etwas falsch zu machen. Dabei kann man nichts falsch machen.“ Das bestätigt auch Wachleiter Tino Riemer von der Johanniter-Rettungswache in Schmölln.

„Viele der Ängste sind absolut unberechtigt. Zum Beispiel, das bei der Herzdruckmassage eine Rippe bricht und die Lunge lebensgefährlich verletzt. Auch bei erfahrenen Rettern brechen Rippen, aber die heilen wieder. Sauerstoffmangel hingegen ist viel schwerwiegender, da dieser dauerhaft schädigt. Ebenso kann man ein noch schlagendes Herz mit der Herzdruckmassage nicht aus dem „Tritt“ bringen.“

Im Notfall sind drei Punkte wichtig: prüfen, rufen und drücken. Die Person ansprechen oder schütteln und die Atmung prüfen. Atmet der Betroffene nicht, wird die 112 gerufen und danach mit der Reanimation begonnen. Dabei stehen die Mitarbeiter aus der Leitstelle dem Anrufer fachkundig zur Seite. „Das absolut Schlechteste, was man tun kann, ist nicht zu reanimieren.“, fasst Kleinoth zusammen und rät jedem seinen Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen,
um Berührungsängste abzubauen und so der Retter in der Not zu sein.

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