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Das Lindenau-Museum im Rückblick 2016

Lindenau-Museum bei Nacht (Foto: der uNi)

Das Lindenau-Museum im Rückblick

Am Jahresbeginn 2017 blickt das Lindenau-Museum zuversichtlich und voller Tatendrang in die Zukunft. Vor allem durch den viel diskutierten Direktorenwechsel war 2016 ein turbulentes Jahr. Spätestens seit dem Amtsantritt von Dr. Roland Krischke am 1. November 2016 hat sich das Haus wieder ganz seinen Aufgaben zugewandt und bereitet sich auf wichtige Monate der Entscheidung vor. Der neue Direktor wird spätestens im Frühjahr 2017 eine Neukonzeption für das Lindenau-Museum vorlegen, in der vor allem die dringliche Depotfrage zur Sprache kommen wird, aber auch eine erste Struktur für Sanierung und Neueinrichtung. In diesem Zusammenhang spielt auch die geplante Stiftungsgründung eine wichtige Rolle. Bund, Freistaat Thüringen und der Landkreis Altenburger Land als Träger des Museums haben ihre Bereitschaft klar geäußert, das Lindenau-Museum noch stärker als bisher zu unterstützen. Das Landesdenkmalamt ist von Anfang an mit im Boot.

Blick zurück

Besucher 2016

Im letzten Jahr haben 17.211 Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Lindenau-Museum besucht. Der leichte Besucherrückgang gegenüber 2015 ist dem Umstand geschuldet, dass einige Bereiche des Museums über Monate hinweg wegen der Dachsanierung – die Sanierungssumme betrug ca. 650.000 € – nicht zugänglich waren, weshalb die Ausstellungstätigkeit eingeschränkt werden musste.

Es gab 264 Führungen und zusätzlich eine Vielzahl anderer Veranstaltungen: Vorträge, Künstlergespräche, Konzerte, Lesungen, Familiensonntage und Feste. Es wurden Kooperationen vertieft, aufgebaut oder deren Ergebnisse präsentiert und museale Kostbarkeiten aus dem Museum in ganz Europa ausgestellt.

Das Museum konnte sich über viele Gäste aus Kultur und Politik freuen, darunter die Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow oder Dr. Birgit Klaubert, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport.
Mehrfach war auch Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaats Thüringen Gast im Haus an der Gabelentzstraße. Er hat mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums, Stadträten und Kreistagsabgeordneten und natürlich dem Förderkreis des Museums über die weitere Entwicklung dieses kulturellen Leuchtturms diskutiert, aber auch eine Ausstellung eröffnet.

Auch Fördervereine anderer Museen und Institutionen haben uns besucht: So z. B. der bekannte Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer mit den Studenten des Kunsthistorischen Seminars der Universität Basel, Prof. Dr. Thomas Pöpper mit Studenten der Fachhochschule Schneeberg, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Kunsthistoriker mit seinem Freundeskreis, der Freundeskreis des Leipziger Grassi-Museums, die Mitarbeiter (60 Personen) der Ernst-Abbe-Stiftung Jena, die Mitglieder der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Magdeburg, der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha – um nur einige zu nennen.

Ausstellungen 2016

Folgende Ausstellungen fanden im vergangenen Jahr statt:

20. Februar bis 16. Mai 2016
Altenbourg im Dialog IV – Paul Eliasberg (München 1907–1983 Hamburg)

24. April bis 28. August 2016
»Ein ebenso schöner, wie geistreicher Mann… «
Bernhard August von Lindenau im Dienste der Wettiner

11. September bis 20. November 2016
Mit meinen Freunden… – Peter Schnürpel zum 75. Geburtstag

4. Dezember 2016 bis 5. März 2017
Gerhard Altenbourg zum 90. Geburtstag – Die Schenkung Pfäffle und die Stiftung Gerhard Altenbourg

Zu jeder Ausstellung des vergangenen Jahres ist ein Katalog erarbeitet worden. Zur Präsentation „Altenbourg in Altenburg“ erschienen Kataloge zur Stiftung Gerhard Altenbourg und zur Sammlung Pfäffle. Zur Lindenau-Ausstellung erschien außerdem die Broschüre „Bernhard von Lindenau. Sein Leben in Bildern“.

Das Lindenau-Museum zeigt seine Werke auch andernorts. Beispiele für solche Kooperationen sind:

  • Präsentationen in der Energie-und Wasserversorgung Altenburg: Naive Malerei – Ernst Ehm
  • Ausstellungen im Klinikum Altenburger Land: Naive Malerei – Helene Händel – Märchen der Brüder Grimm – eine Grafikmappe von Lothar Sell
  • Ausstellung in der Klinik für Psychiatrie: Workshop-Ergebnisse von Patienten der Klinik entstanden im Lindenau-Museum

Veranstaltungen 2016

Einige Beispiele aus dem Vortragsprogramm:

  • Die Lindenau Stipendiatin Marta Dal Sasso aus Italien und der Kunstsammler Günter Lichtenstein diskutierten in Marta Dal Sasso Ausstellung über ihre Arbeiten.
  • Die Kunsthistorikerin und Autorin des Buches „Kunst für Jedermann“ Sarah Kinzel stellte ihre Magisterarbeit und das daraus hervorgegangene Buch über die Kopiensammlung des Bernhard August von Lindenau vor.
  • Prof. Gabriele Jaenecke von der Hochschule für Bildende Künste Dresden, hielt einen Vortrag über das Thema „Charaktere und Kleidung“ im Rahmen der Ausstellung „In Szene gesetzt. Aus Porträts werden Kleider“.
  • Erik Stephan, Kurator der Kunstsammlungen Jena, interviewte auf höchst unterhaltsame Weise in der Ausstellung „Mit meinen Freunden. Peter Schnürpel zum 75. Geburtstag“ einige dieser Freunde: Michael Morgner, Thomas Ranft, Walek Neumann.
  • Großen Andrang gab es bei einem Vortrag von Helga und Wolfgang Eschke, Inhaber der gleichnamigen Seidenmanufaktur, die über die Herausforderung sprachen, einen historischen Stoff nachzuweben. Der Vorstellung im Museum folgte ein Besuch von mindestens 50 Interessierten in der Seidenmanufaktur in Crimmitschau.
  • Im Rahmen der Lindenau-Ausstellung las Bernhard Stengele, der Schauspieldirektor von TPThüringen, vor einem gefesselten Publikum aus Daniel Kehlmanns Roman „Die Vermessung der Welt“.

Es gab außerdem ein außergewöhnliches Klavierkonzert mit der Pianistin Ragna Schirmer. Ungewöhnlich war die Veranstaltung „Zum Scat und Butterbrod bei mir…“ (Zitat Lindenau). Dabei gab es im Sinne Lindenaus Skaten und Butterbrote essen im Museum.

Außerdem beteiligte sich das Lindenau-Museum am Thüringer Jugendkunstschultag, an der 17. Altenburger Museumsnacht und an den Aktionen zum Internationalen Museumstag und zum Tag des Offenen Denkmals.

Museumspädagogik / Studio Bildende Kunst 2016

Aus vielen weiteren Höhepunkten sollen die folgenden besonders erwähnt werden:

  • Schon gehört? Das Kinder und Jugendballett des TPThüringen tanzt im Lindenau-Museum zu ausgewählten Kunstwerken.
  • „Olympische Woche“ des Förderzentrums „Erich Kästner“! 150 Förderschüler lernen das Museum kennen und sind begeistert.
  • „Bernhard August von Lindenau – Ein Leben in Bildern“ Dieses Büchlein entstand gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 6 des Christlichen Spalatin-Gymnasiums.
  • Die Museumspädagogik des Lindenau-Museums wurde auch im vergangenen Jahr (im vierten Förderjahr) im Rahmen des Bundesprogramms „Künste öffnen Welten“ mit einer Fördersumme von 12.000 € für eine Schulkooperation mit der Gemeinschaftsschule Erich Mäder und dem Innova Sozialwerk gefördert.

Förderkreis „Freunde des Lindenau-Museums“ e. V.

  • Aktion „Neue Stühle fürs Museum“;
  • Sommerfest 140 Jahre Neorenaissancegebäude am Fuße des Schlossparks
  • Kunstreise von 70 Mitgliedern nach Amsterdam.

Schenkungen / Ankäufe

Conrad Felixmüller, Bleistiftzeichnung von Pamela Wedekind

Ausleihen u. a.

Jedes Jahr erhält das Lindenau-Museum eine Vielzahl von Leihanfragen aus aller Welt. Wenn es der Zustand der angefragten Werke zulässt, wird diesen Anfragen nach Möglichkeit stattgegeben. 2016 waren unter anderem die folgenden Werke als Botschafter Altenburgs andernorts zu sehen:

  • Zwei Werke von Sandro Botticelli (Berlin und London)
  • 27 italienische Tafelbilder (Vaduz)
  • Ein Gemälde von Pietro Perugino (Städel Frankfurt a. M.)
  • 31 Arbeiten von Gerhard Altenbourg (Kunstverein im Schloss Hinterglauchau)
  • Drei italienische Tafelbilder (Utrecht)

Gerhard-Altenbourg-Preis

Am 3. November 2016 wählte das Kuratorium des Gerhard-Altenbourg-Preises im Lindenau-Museum die in Düsseldorf lebende Schweizerin Pia Fries als Preisträgerin 2017 aus. Die Künstlerin hat das Lindenau-Museum Anfang Januar bereits besucht, um erste Eindrücke für ihre Ausstellung ab 12. November 2017 zu sammeln. Sie wird hierfür eigens neue Werke schaffen, die einen Bezug zu den Sammlungen des Museum haben werden.

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