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Der Freistaat Thüringen erwirbt ein Gemälde von Horst Peter Meyer für das Lindenau-Museum Altenburg

Horst Peter Meyer vor seinem Gemälde im Lindenau-Museum (Foto: Lindenau-Museum)


Kopfüber ins Museum

Horst Peter Meyer
„DIE LETZTEN DREI (DIE BEWERBUNG)“, 2019
Acryl auf Leinwand, 170 x 210 cm

Der Ankauf
Seit Jahrzehnten bilden hervorragende Werke mitteldeutscher Künstler einen besonderen Sammlungsschwerpunkt des Lindenau-Museums. Aufgrund seiner besonderen Lage im Dreiländereck nimmt das Museum Künstler aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen in den Blick. Es ist fast eine Kuriosität, dass es im Bestand bisher zwar einige grafische Arbeiten, aber noch kein einziges Gemälde des in Weimar und Apolda lebenden und arbeitenden Künstlers Horst Peter Meyer (geb. 1947) gab. Denn Meyer zählt
zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern in Thüringen und seine Werke sind in vielen bedeutenden öffentlichen Sammlungen vertreten. Nun hat der Freistaat Thüringen diese Lücke geschlossen, indem er die großformatige Arbeit „DIE LETZTEN DREI (DIE BEWERBUNG)“ erworben hat und dem Lindenau-Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

Der Anlass
Am Montag, dem 9. Dezember 2019, stellte Museumsdirektor Dr. Roland Krischke in Anwesenheit des Künstlers das Gemälde gemeinsam mit Dr. Benjamin Rux, dem Kustos für Gemälde und die Grafische Sammlung, vor. Krischke und Rux hatten das 2019 entstandene Bild zusammen mit dem Altenburger Künstler Prof. Peter Schnürpel erst vor wenigen Monaten in Meyers Atelier in Apolda ausgesucht und dem Freistaat Thüringen zur Anschaffung vorgeschlagen. Nun kann die „Neuerwerbung“ noch bis zum 2.
Januar 2020 an bevorzugter Stelle im Lindenau-Museum besichtigt werden. Anschließend wird das Haus wegen der bevorstehenden Sanierung für mehrere Jahre geschlossen und zieht so lange in ein Interim in der Kunstgasse 1 in Altenburg.

Das Bild
Mit gewohnt radikal beschränkter Farbpalette malte Meyer das Bild in seinen Lieblingsfarben „so rot wie Blut, so weiß wie Schnee und so schwarz wie Ebenholz“, wie man mit Bezug auf die berühmte Passage aus dem Märchen „Schneewittchen“ sagen könnte. Märchenhaft ist Meyers Darstellung allerdings keineswegs, sondern von akzentuierter Härte und Schroffheit. Die assoziationsreiche Figurenkonstellation spricht den Betrachter unmittelbar an. Wie so oft bei dem auch als Schriftsteller hervortretenden Maler handelt es sich hier um ein assoziationsreiches Aufeinandertreffen von Wort und Bild. Die drei (oder vier?) Gestalten lassen sich vor rotem Hintergrund schnell erkennen. Wer hier aber mit Blick auf den Titel Täter oder Opfer, Beschauer oder Beschauter ist, wird nicht gleich deutlich. Ganz rechts ist ein kopfüber Hängender schon aus dem Spiel. Die wuchtigen Striche und das wie glühend
aufscheinende Rot sind Zeugen von Gewalt, die sich aber rasch auch ins Menschliche und Zärtliche wandeln können. So wird in Meyers Figurenbildern vieles angesprochen, aber nichts eindeutig definiert. Voller Ironie und Ambivalenz meldet sich der Querdenker mit diesem Werk zu den aktuellen Debatten in Kunst, Politik und Gesellschaft zu Wort.

Biografie
Horst Peter Meyer wurde 1947 in Weimar geboren. 1963 entstanden erste Radierungen, seit 1967 arbeitete er als Theatermaler. Von 1968 bis 1973 absolvierte er ein Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Von 1974 bis 1982 übte er einen Lehrauftrag für Aktzeichnen und Malen an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. 1977 erhielt er ein Meisterschüler-Stipendium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Professor Paul Michaelis. Seit 1973 gab es zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland sowie Arbeitsaufenthalte in Bulgarien, Frankreich, Österreich und anderen Orten. Arbeiten von Horst-Peter Meyer befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, Museen und im Öffentlichen Raum. Zahlreiche Grafikeditionen, Buchillustrationen, Aphorismen und Texte zu Kunst und Gesellschaft sind entstanden. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Monografien und Katalogen zu Ausstellungen des Künstlers, in denen sich wissenschaftliche Texte mit Autor und Werk auseinandersetzen. Horst Peter Meyer erhielt mehrere Kunstpreise und Auszeichnungen. Seit 2015 arbeitet der in Weimar lebende Künstler in einem neu eingerichteten Atelier in Apolda.

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