Ein Teufelspakt

Frank Strobel

Musik und Film im 8. Philharmonischen Konzert in Gera und Altenburg

Das 8. Philharmonische Konzert von Theater&Philharmonie Thüringen am 15. und 16.  im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera sowie am 17. Juni im Landestheater Altenburg ist ein Filmmusikkonzert, in dem es auch etwas zu sehen gibt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, 18.45 wie gewohnt die Einführung. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter Leitung von Frank Strobel, einem der weltweit renommiertesten Dirigenten im Bereich Filmmusik. Konzertreisen führten ihn durch zahlreiche europäische Länder und in die USA sowie nach Kanada, Südamerika, Australien und Asien.

Musik hat von Anfang an die Wirkung bewegter Bilder verstärkt bzw. ist mit diesen eine unzertrennliche Symbiose eingegangen. Wenn im ersten Teil des Konzertes die Filmmusik von Nino Rota erklingen wird, entstehen dazu in der Phantasie der Konzertbesucher sicher auch die Bilder der Filme von Federico Fellini »Prova d´orchestra«, »La dolce vita«, »Otto e mezzo«  und »La Strada«.

Im zweiten Teil des Konzertes wird zur Originalmusik von Pietro Mascagni – dem Komponisten der bekannten Oper »Cavalleria rusticana« – der Film »Rapsodia Satanica« in der restaurierten Fassung mit seiner ursprünglichen, viragierten Farbigkeit gezeigt. Das Werk ist ein Klassiker des italienischen Stummfilmkinos aus dem Jahr 1917: Die betagte Aristokratin Alba d´Oltrevita geht mit Mephisto einen Pakt ein, bei dem sie ihre Jugend zurückerhält, wenn sie auf die Liebe verzichtet. Auf einem Fest wird sie von zwei Brüdern umworben. Den einen, Sergio, weist Alba zurück und wendet sich kalt dem anderen, Tristanos zu. Als Sergio sich erschießt, flackern Albas Gefühle wieder auf …

Frank Strobel ist einer der weltweit renommiertesten Dirigenten im Bereich der Filmmusik. Der 1966 geborene Sohn eines Medienwissenschaftlers und einer Filmjournalistin wuchs in München auf, wo die Eltern ein Kino betrieben. Hier wurde sein Interesse an der Filmmusik geweckt. Darüber hinaus hat er mit Erst- und Wiederaufführungen von Werken Sergei Prokofiews, Franz Schrekers und Siegfried Wagners vielfach auf sich aufmerksam gemacht, woraus zahlreiche CD-Ersteinspielungen hervorgingen.

Strobel ist autorisierter Bearbeiter und Herausgeber von Werken des Komponisten Alfred Schnittke (1934-1998), dem er in seinen letzten Lebensjahren bei der Notation seiner Werke half und zahlreiche seiner Filmmusiken zu Konzertsuiten bearbeitete. 1992 dirigierte Strobel in der Alten Oper Frankfurt die Uraufführung von Schnittkes Stummfilmmusik zu „Die letzten Tage von St. Petersburg“. Kürzlich erschienen auf CD die drei Klavierkonzerte, die Strobel mit der Pianistin Ewa Kupiec eingespielt hat.

Strobel setzte sich immer wieder in Filmmusikkonzerten für historische Stummfilme und Originalpartituren ein. Zahlreiche

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Filmmusiken, darunter für Friedrich Wilhelm Murnaus „Faust“ und „Der letzte Mann“, Sergei Eisensteins „Generallinie“ und Georg Wilhelm Pabsts „Weiße Hölle von Piz Palü“ hat er mit Orchester aufgenommen – zumeist für ZDF/Arte. Vielfach begleitete er Aufführungen von Fritz Langs Klassikern „Metropolis“ und „Nibelungen“: An den von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Auftrag gegebenen Rekonstruktionen der Filmfassungen und der Partituren von Gottfried Huppertz war Strobel maßgeblich mitbeteiligt. Strobel dirigierte auch die Premiere der jüngst restaurierten „Metropolis“-Fassung im Rahmen der Berlinale 2010.

Mit einer beachtlichen Zahl von internationalen Orchestern führte Strobel Robert Wienes restaurierten „Rosenkavalier“-Film mit der Originalmusik von Richard Strauss auf, so auch im Rahmen der inzwischen auf DVD dokumentierten Aufführung mit der Staatskapelle Dresden.

In Moskau und Berlin fand die vielbeachtete Erstaufführung der rekonstruierten Fassung zu Eisensteins „Alexander Newski“ (samt Film) und Prokofieffs Originalmusik statt. Die CD-Aufnahme wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Auch für den Soundtrack von zahlreichen Spielfilmen hat Strobel als Dirigent gewirkt, darunter für „Gloomy Sunday“, „Die Buddenbrooks“ und zuletzt „ Die Päpstin“.

Als Partner von Künstlern wie Udo Lindenberg arbeitete Strobel auf beiden Seiten scheinbar gegenpoliger Lager. Enge künstlerische Beziehungen verbinden ihn neben dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) auch mit dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de Lyon, der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Sydney Symphony Orchestra sowie dem Wiener Konzerthaus und der Cité de la Musique in Paris.


 

Zu den Höhepunkten der aktuellen Saison zählen Debuts im Chatelet mit „Der Rosenkavalier“, beim Finnish Radio Orchestra mit „Panzerkreuzer Potemkin“, bei den Film Festivals in Hong Kong und Bologna mit „Metropolis“, bei der Philharmonie Luxemburg mit „Tabu“, die Konzertpremiere von „Matrix“ beim Schleswig-Holstein Musik Festival, die Premiere von „Nathan“ mit Musik von Rabib Abou-Khalil sowie mit ZDF Arte TV und DVD Produktionen von „Metropolis“ und „Nibelungen“.

Bis 1998 war Frank Strobel Chefdirigent des Filmorchesters Babelsberg. Seit 2000 ist er der Leiter der Europäischen Filmphilharmonie, die er mitbegründete. Seit vielen Jahren berät er das Stummfilmprogramm von ZDF/Arte.

www.frankstrobel.de

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