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Karl-Heinz Bernhardt erhielt das Bernhard-von-Lindenau-Stipendium 2018

Miniaturwelten des Schöpferischen (Bild: Karl-Heinz Bernhardt)


Miniaturwelten des Schöpferischen

Bernhard-von-Lindenau-Stipendium 2018 an den Leipziger Künstler Karl-Heinz Bernhardt vergeben

Seit 2006 befähigt das Bernhard-von-Lindenau-Stipendium junge Künstlerinnen und Künstler im Anschluss an ihr Studium zu unabhängiger und experimenteller Arbeit. Die Ergebnisse des 2018 an den Leipziger Künstler Karl-Heinz Bernhardt (geb. 1980 in Dresden) verliehenen Stipendiums werden ab 20. Juni im Rahmen der Sonderausstellung Karl-Heinz Bernhardt. Bernhard-von-Lindenau-Stipendium 2018 der Öffentlichkeit präsentiert.

Fünf junge Kunstschaffende erhielten das Stipendium innerhalb der vergangenen zwölf Jahre bereits. Für 2018 hat das Kuratorium aus Sponsoren und Vertretern des Lindenau-Museums den Objektkünstler Karl-Heinz Bernhardt (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) als sechsten Stipendiaten ausgewählt.

Die Ausstellung zeigt die insgesamt zehn Arbeiten von Serie A und Serie B (jeweils Nº 1 bis Nº 5), die Bernhardt zwischen 2015 und 2018 geschaffen hat. Für Serie A erhielt der Künstler 2016 das Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB), wo er in der Klasse für Installation und Raum von Prof. Joachim Blank studiert hat. Die fünf Skulpturen dieser Reihe wurden in der jährlich stattfindenden Diplomausstellung der HGB gezeigt, wo das Kuratorium des Bernhard-von-Lindenau-Stipendiums auf sie aufmerksam wurde. Im Rahmen des Stipendiums ist nun Serie B entstanden.

Die kompakten Skulpturen Karl-Heinz Bernhardts vereinen in sich Gestaltungselemente von Objektkunst, Architektur und Kunsthandwerk. Zu den verwendeten Materialien zählen maßgeblich Holz, Beton, Metall sowie verschiedene Alltagsgegenstände. Obwohl die Gegenwartskunst oft die große Form sucht, sind diese Werke von erfrischend bescheidenen Abmessungen. Die meisten messen in der Höhe zwischen 30 und 40 cm. Das optische Abtasten und Umschreiten der Skulpturen ist besonders reizvoll: Mit jeder Ansicht ergeben sich neue Details und teils überraschende Perspektiven.
Vor allem fällt die durch und durch akkurate Verarbeitung der verschiedenen Werkstoffe auf. Aufgrund der nahtlosen Übergänge der Einzelkomponenten nimmt man die Werke trotz materieller Heterogenität als überzeugende Einheiten wahr. Sie besitzen eine starke sinnlich-dingliche Präsenz und dadurch eine große Suggestionskraft. Bei aller formalen Klarheit versperren sie sich jedoch einer eindeutigen Lesart und sind vor allem Ausdruck des spielerischen Umgangs mit den unbegrenzten Möglichkeiten des Schöpferischen. In den Materialien, der Art ihrer Verarbeitung, Formung, Verbindung und den sich daran knüpfenden Assoziationen vereinen sie in sich Ideen von Natur, Kultur, Industrie und Urbanität. In diesen Miniaturwelten – und nicht nur dort – steht alles wie selbstverständlich miteinander in Verbindung und Wechselwirkung.

Porträt Bernhard August von Lindenau (Foto: Lindenau-Museum)

DAS BERNHARD-VON-LINDENAU-STIPENDIUM
Das Lindenau-Museum Altenburg ist als Kunstmuseum nicht nur ein Ort der Betrachtung außergewöhnlicher Kunstwerke. Es ist ein Ort des Lernens, des Ausprobierens und der eigenen künstlerischen Betätigung im Rahmen der Museumspädagogik und im Studio Bildende Kunst. Damit folgt das Museum den Intentionen seines Stifters Bernhard August von Lindenau (1779 – 1854), der die Anschauung und das Kopieren vorbildlicher Kunstwerke aus Antike und Renaissance als Teil seines Bildungsprogramms für junge Altenburger verstand.

Es ist daher nur folgerichtig, dass das Lindenau-Museum außer dem Gerhard-Altenbourg-Preis, dem wichtigsten Thüringer Kunstpreis, seit 2006 auch das Bernhard-von-Lindenau-Stipendium für Absolventen mitteldeutscher Kunsthochschulen vergibt. Während der Gerhard-Altenbourg-Preis das Lebenswerk einer Künstlerin oder eines Künstlers würdigt, soll das Bernhard-von-Lindenau Stipendium begabten jungen Künstlerinnen oder Künstlern einen ersten großen Auftritt in einem Museum von Rang ermöglichen. Zur Ausstellung im Lindenau-Museum Altenburg erscheint ein Katalog; zuvor wird ihnen auf dem Quellenhof in Garbisdorf im Altenburger Land ein mehrmonatiger Studienaufenthalt ermöglicht.

Das Stipendium in Höhe von insgesamt 10.000 € dient der Finanzierung eines mehrmonatigen Studienaufenthalts auf dem Quellenhof Garbisdorf, einer Ausstellung im Lindenau-Museum und eines diese begleitenden Katalogs.

Die bisherigen Stipendiaten waren 2006 der Fotograf Aymeric Fouquez (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), 2007 die Malerin und Grafikerin Anne Frühauf (Hochschule für Bildende Künste Dresden), 2008 der Medienkünstler Winfried Bellmann (Bauhaus-Universität Weimar), 2013 die Textilkünstlerin Pauline Stopp (Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg) und 2015 die Malerin und Grafikerin Marta Dal Sasso (Hochschule für Bildende Künste Dresden).

Das Kuratorium für das Stipendium setzt sich aus Vertretern der Institutionen, die es maßgeblich initiiert haben, zusammen: der Sparkasse Altenburger Land, der Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH, dem Heimatverein Göpfersdorf e.V. und dem Sammler Günter Lichtenstein. Gefördert durch die Sparkasse Altenburger Land, die Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH, den Heimatverein Göpfersdorf e. V. und Günter Lichtenstein.

KATALOG
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog (73 S.), dem fünf Postkarten mit Fotografien der fünf Arbeiten der Serie A beigefügt sind. Den Kern des Katalogs bilden fünf Texte zu je einer Arbeit der Serie A. Sie wurden von fünf durch den Künstler ausgewählten Autorinnen und Autoren mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen und Berufen verfasst. Auf diese Weise entstanden sehr persönliche Werkbetrachtungen mit ganz verschiedenen Ansätzen.

Die Beiträge stammen von Hans-Peter Bernhardt, Burkhard Beschow, Marlene Lytke, Rainer Müller und Sophie Thorak.
ISBN 978-3-86104-147-4, Preis 8 €
RAHMENDATEN

Titel der Ausstellung
Karl-Heinz Bernhardt. Bernhard-von-Lindenau-Stipendium 2018

Laufzeit
20.6. – 26.08.2018

Öffnungszeiten
Dienstag-Freitag | 12-18 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage | 10-18 Uhr

Eintrittspreise
6 € / ermäßigt 4 € / Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

KARL-HEINZ BERNHARDT

geboren 1980 in Dresden lebt und arbeitet in Leipzig

2009 – 2016 Studium in der Klasse für Installation und
Raum bei Prof. Joachim Blank
2007 – 2009 Studium an der HGB Leipzig im Fachgebiet
Medienkunst

AUSSTELLUNGEN
2018 Karl-Heinz Bernhardt. Bernhard-von-Lindenau-Stipendium 2018, Lindenau-Museum Altenburg, Altenburg
2014 classic-395-290-290, Museum Lytke, Leipzig
2012 Out of Magic, Ponyhof Galerie, Leipzig
2011 Schulfrei, Kunsthalle Villa Kobe, Halle
Zone Entropie, Villa du Parc, Genf
Zone Entropie, Universal Cube, Leipzig
Blokkade 2, Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
2010 Paviljon X, Galerie Jakopič, Ljubljana
Cocktail, Galerie Frank Schlag & Cie., Essen

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