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Neue Publikation zur Sepulkralkultur am Altenburger Hof im 17. Jahrhundert erschienen

Buchcover „Vom Jammertal ins Paradies. Bestattungen und Totengedenken am Altenburger Hof im 17. Jahrhundert“, 2021


Unter dem Titel „Vom Jammertal ins Paradies“ geben das Residenzschloss Altenburg, das Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg und der E. Reinhold Verlag eine Publikation heraus, die sich mit den Bestattungen und dem Totengedenken am Altenburger Hof im 17. Jahrhundert auseinandersetzt. In seiner Thematik bereichert und ergänzt sie die in den mitteldeutschen Raum eingebettete Altenburger Fürstengeschichte.

Die Altenburgica-Literatur erhält dieser Tage interessanten Zuwachs: Mit der Publikation „Vom Jammertal ins Paradies“ erscheint im E. Reinhold Verlag eine Publikation, in der erstmals mit Blick auf den Altenburger Fürstenhof des 17. Jahrhunderts das komplexe Thema des Sterbens, des Todes, der Beisetzung und des Gedenkens untersucht werden. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die wettinische Bestattungskultur und ihren Einfluss auf die Residenzstadt Altenburg gelegt. Neben deren Entwicklung stehen so auch die Fürstengruften in der Altenburger Brüderkirche und in der Schlosskirche zu Altenburg im Fokus.

Die beiden Gewölbe dienten zwischen 1626 und 1672 als fürstliche Grablege. Auf Grundlage zahlreicher, teils neu erschlossenen Archivalien konnten Geschichte und Belegung der Gruftanlagen recherchiert und für die interessierten Leser aufbereitet werden. In die Recherche wurden zudem Sachzeugen der Sepulkralkultur wie Gemälde, Grafiken, Textilien und Sterbemünzen einbezogen. Sie reflektieren die Erinnerungskultur. Ihrer Entstehungsgeschichte nachzuspüren, verband sich mit zahlreichen neuen Erkenntnissen.

Die Publikation entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Altenburg, in dem die grundlegenden Quellen zu diesem Thema verwahrt werden. Dazu gehören neben den gedruckten Leichenpredigten auch die umfangreichen Aktenüberlieferungen aus dem Hausarchiv der älteren Linie Sachsen-Altenburg. Sie gewähren nicht nur umfassende Einblicke in das höfische Leben im 17. Jahrhundert, sondern spiegeln auch die vielfältigen logistischen Herausforderungen wider, die vor 400 Jahren zu bewältigen waren, um die fürstlichen Bestattungen in Altenburg tatsächlich als gesellschaftliche Großereignisse zelebrieren zu können.

Die Publikation wird vom Landesarchiv Thüringen, Staatsarchiv Altenburg und dem Residenzschloss Altenburg herausgegeben, die mit eigenen Beiträgen im Band vertreten sind. Zusätzlich konnten für das Buchprojekt weitere Autoren gewonnen werden, die sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven nähern und die Veröffentlichung dadurch entscheidend bereichern. In früheren Planungen sollte das Buch bereits im vergangenen Jahr als Begleitband zu einer namensgleichen Ausstellung im Schloss- und Spielkartenmuseum erscheinen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die bereits vollständig vorbereitete Ausstellung abgesagt werden. Bis sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder thematisiert wird, verkürzt das reich bebilderte und aufwendig gestaltete Buch die Wartezeit.

Die Publikation kann ab sofort über den Schloss- und Kulturbetrieb Residenzschloss Altenburg bezogen werden. Weitere Informationen unter info[at]residenzschloss-altenburg.de oder telefonisch unter 03447 512710.

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