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Theatertipps zum Wochenende 9. bis 11. November 2018 in Altenburg

Landestheater Altenburg

Am 9. November zeigt Theater&Philharmonie Thüringen  um 19.30 Uhr im Heizhaus Udo Zimmermanns Kammeroper für 2 Sänger und 15 Instrumentalisten „Weiße Rose“ in der Neufassung von 1985. Das Libretto schuf  Wolfgang Willaschek.

Die musikalische Leitung hat Takahiro Nagasaki. Als Hans und Sophie Scholl sind zwei junge Sänger zu erleben: Florian Neubauer (aus dem Thüringer Opernstudio) und Yuko Hayashi (Studentin der Weimarer Musikhochschule).

Ab Sommer 1942 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ im süddeutschen Raum Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Flugblätter waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studentinnen und Studenten sowie ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Udo Zimmermanns (*1943) facettenreiche Partitur bewegt sich zwischen musikalischem Aufschrei und innerer Stille. Die Uraufführung fand 1986 in Hamburg statt; seitdem gehört das Werk zu den erfolgreichsten deutschen Nachkriegsopern.

Die Aufführung von Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ am Samstag um 19.30 Uhr im Heizhaus ist ausverkauft. Interessenten bleibt nur die Nachfrage an der Abendkasse.

Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ in der Regie und Ausstattung von Kobie van Rensburg erlebt am Sonntag, 11. November, um 18.00 Uhr im Landestheater seine Altenburger Premiere.

Kobie van Rensburg, weltweit gefeierter Tenor, hat zwischenzeitlich ins Regiefach gewechselt. Nach Regiearbeiten in München, Halle, Chemnitz u. a. schließt sich nun mit seiner Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ ein Kreis, denn als Belmonte in diesem Werk debütierte der Südafrikaner als Zwanzigjähriger 1991 an der Roodepoort City Opera. Kobie van Rensburgs Inszenierungen bestechen durch das fundierte musikalische Wissen, aus dem sie erwachsen und durch aufwändige Videografie, die szenische und dramaturgische Aufgaben erfüllt.

Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Laurent Wagner. In den Partien:  Kai Wefer (Bassa Selim), Ezgi Alhuda (Konstanze), Miriam Zubieta (Blonde), János Ocsovai (Belmonte), Timo Rößner (Pedrillo), Ulrich Burdack (Osmin). Der Opernchor singt in der Einstudierung von Gerald Krammer.

Die Sängerin Ezgi Alhuda, die als Gast die Partie der Konstanze übernimmt,  wurde 1992 in Izmir (Türkei) geboren und studierte nach ihrem Schulabschluss zunächst in ihrer Heimatstadt Textilingenieurwesen. 2013 nahm sie ihr Gesangsstudium an der Universität Mozarteum Salzburg auf und studierte dort zunächst bei Boris Bakow; seit 2015 studiert sie in der Klasse von Ildikó Raimondi. Konzerte führten sie u. a. nach Wien, Salzburg, Istanbul und Izmir.

Konstanze, ihre Bedienstete und Freundin Blonde sowie deren Freund Pedrillo fallen auf einer Seereise Piraten in die Hände, die sie auf einem Sklavenmarkt verschachern. So geraten sie ins Haus des Paschas Bassa Selim. Dieser verliebt sich in Konstanze und umwirbt sie. Blonde überlässt er seinem Aufseher Osmin, der mit allen Mitteln um ihre Liebe ringt. Belmonte, Konstanzes Verlobter, findet nach abenteuerlicher Suche das Serail. Sein Diener Pedrillo, der beim Bassa mittlerweile als Gärtner tätig ist, schleust ihn in den Harem.

Sie schmieden einen Plan, um die stolzen Frauen aus ihren amourösen Verstrickungen zu befreien. Doch die Entführung scheitert und das Leben der vier Unglücklichen liegt in der Hand des Bassas.

Im Mittelpunkt des zutiefst humanistischen Werks stehen große Themen wie Liebe, Treue, Eifersucht sowie das Ringen mit Vorurteilen.

Mit modernen technischen Videomitteln gelingt es Kobie van Rensburg, das traditionelle Prospekttheater ins Heute zu übertragen.

Kaiser Joseph II. gab 1782 die Komposition der Entführung aus dem Serail in Auftrag, um der italienischen Oper eine genuin deutsche entgegenzusetzen. Sie besitzt volkstümlichen Charakter und ihr Grundtenor ist spielerisch und heiter, wobei Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Musik zuweilen auch ernste und gefühlvolle Züge trägt. Eine Besonderheit stellte damals die „türkische“ Musik dar, die Mozart der Janitscharenmusik entlehnte und v. a. den orientalischen Figuren zur Seite stellte.

Gera und Altenburg

An das Vorbild mittelalterlicher Mysterienspiele angelehnt, schuf Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) eine Tragödie, die inzwischen zum Klassiker deutschsprachiger Dramatik avanciert ist. 1911 wurde das Stück unter der Regie von Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann uraufgeführt. Seit 1920 ist „Jedermann“ fester Bestandteil der Salzburger Festspiele, die von Reinhardt und Hofmannsthal begründet wurden.

Frank Söhnle inszenierte das Stück bei Theater&Philharmonie Thüringen mit Marcella von Jan als Spielerin. Vor der  Altenburger Premiere  am Sonntag, 18. November, um 18 Uhr im Heizhaus gibt es am Samstag, 10. November, um 19.30 Uhr noch eine Vorstellung im Puppentheater Gera.

Am Sonntag, 11. November, um 11 Uhr können Interessierte vorab beim Theaterfrühstück mit den Akteuren im Heizhaus mehr erfahren.

Als Ausstatter des Puppentheaters stellt sich mit dieser Inszenierung Udo Schneeweiß vor, der für Bühne, Puppenbau und Kostüme verantwortlich zeichnet. Als Cellist ist Matthias von Hintzenstern mit von der Partie.

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