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Thüringer Staatsballett auf Gastspielreise in Frankreich

Piaf – La vie en rose
Ballett von Silvana Schröder mit Musik von Edith Piaf und Zeitgenossen
Uraufführung:
Die Sängerin Vasiliki Roussi (Edith Piaf) (Foto: Sabina Sabovic)


Vom 17. bis 19. Januar 2020 präsentiert das Thüringer Staatsballett drei Aufführungen von Silvana Schröders biografisch inspiriertem Ballettabend „Piaf – La vie en rose“ am französischen Opéra-Théâtre de Metz.

Die Direktorin und Chefchoreografin des Thüringer Staatsballetts, Silvana Schröder, schuf mit diesem Programm eine Hommage an Édith Giovanna Gassion (1915-1963), die als Édith Piaf schon zu Lebzeiten zur Legende wurde. Sie sang von Liebe und von Tod, von Lebensglück und von Verzweiflung; sie verstand es, die Tragik ihres Lebens in ihrer Musik auszudrücken – allgemeingültig und allgemeinverständlich. Die Titelfigur wird dabei nicht nur getanzt, sondern als Verdoppelung auch live gesungen von Vasiliki Roussi. Die Chansons von Piaf und ihren Zeitgenossen werden begleitet von einer vierköpfigen Band.

Das Gastspiel ist der Austausch für den Besuch des Ballet de l’Opéra de Metz Métropole in Thüringen. Die Compagnie präsentierte zur Ballettfestwoche Ende Januar 2019 ihr Programm „Mozart á 2/ Carmen“ des Choreografen Thierry Malandain in Gera.

Bereits 2017 kam über den damaligen Manager und Dramaturgen der Ballettkompagnie des Theater Altenburg Gera, Dr. Daniel Siekhaus (nun Geschäftsführer der Wupptertaler Bühnen), ein Kontakt zu einer französischen Agentin zustande. Auf diese Weise wurden er und Silvana Schröder an das Opernhaus Metz, im Nordosten Frankreichs, eingeladen.

Das Opernhaus von Metz ist das älteste bespielte Theater Frankreichs und eines der ältesten Theaterbauten Europas. Seine Architektur und Ausstattung waren bezeichnend für das Zeitalter seiner Erbauung und dienten als Modell für zahlreiche kleine Theaterbauten des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1732 und 1752 wurde es auf der Île du Saulcy unter der Leitung des Metzer Architekten Jacques Oger errichtet, nachdem beschlossen worden war, das wenig bühnenpraktische und leistungsschwache Ballhaus in der Nexirue zu ersetzen. Am 3. Februar 1752 wurde das Gebäude schließlich durch einen großen Ball für die Öffentlichkeit – trotz noch nicht vollständiger Dekorationen – eingeweiht.

Drei Tage später fand die erste Aufführung eines Bühnenstückes statt – wahrscheinlich Jean-Jacques Rousseaus Einakter Le Devin du Village (Der Dorfwahrsager). Zu den berühmtesten Darstellerinnen, die auf der Bühne des Hauses standen gehörten, zum Beispiel, Rachel (eigtl. Élisa Rachel Félix) in der Rolle der Phèdra sowie Sarah Bernhardt als Tosca.

Traditionell steht die Gesangskunst im Mittelpunkt der Aufführungen am Opernhaus Metz, in dem jährlich zwischen 50 und 60 Vorstellungen bestritten werden. Derzeit verfügt das Haus über ungefähr 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter ein 24 Personen starkes Vokalensemble, ein Ballettensemble mit 14 Tänzerinnen und Tänzern sowie unterschiedliche Gewerke wie Dekorations- und Kostümwerkstätten, Bühnentechnik, Maschinerie und Beleuchtung. Die künstlerische Leitung des Opernhauses liegt bei Paul-Émile Fourny.

Seit 2012 leitet Laurence Bolsigner-May das dazugehörige Ensemble aus professionellen Tänzerinnen und Tänzern. Dessen Repertoire umfasst sowohl ‚Klassiker‘ des Balletts wie Der Feuervogel oder Dornröschen als auch moderne Tanzstücke zeitgenössischer Choreografinnen und Choreografen, beispielsweise Kirsten Debrock oder Thierry Malandain. Daneben veranstaltet die Kompagnie regelmäßig Abende für Nachwuchschoreografinnen und –choreografen, in denen die Ensemblemitglieder eigene Tanzkreationen präsentieren können. Neben Auftritten innerhalb und im Umland von Metz, war die Kompagnie bereits im südost-französischen Theater von Orange, einem Amphitheater im römischen Stil, bei den Festspielen Les Chorégies (Aida, 2017) sowie im Ausland – z.B. in Israel oder auf Malta – zu erleben.

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