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Viele Besucher sahen Altenbourg-Werke

Lindenaumuseum Altenburg (Foto: der uNi)

Altenbourg in Altenburg – Die Schenkung Pfäffle und die Stiftung Gerhard Altenbourg

Fast 4000 Gäste besuchten in den letzten drei Monaten die Sonderausstellung im Lindenau-Museum

Fünfundzwanzig erlesene Arbeiten von Gerhard Altenbourg – mit einer Ausnahme durchweg Zeichnungen – umfasst die Sammlung von Dr. Suse und Dr. Werner Pfäffle, die das Stuttgarter Ehepaar 2015 dem Lindenau-Museum Altenburg geschenkt hat. Dass Altenbourg im Jahr 2016 neunzig geworden wäre, nahm das Lindenau-Museum zum Anlass, diese großartige Schenkung im Rahmen einer Sonderschau zu präsentieren. Die Ausstellung erfreute sich großer Beliebtheit. Das Lindenau-Museum konnte auffallend viele jüngere Besucher begrüßen, die oftmals extra aus diesem Anlass aus großer Ferne angereist waren.

Erweitert wurde diese Ausstellung durch eine erstmalige Präsentation der Arbeit der Stiftung Gerhard Altenbourg. Die Stiftung verwahrt den Nachlass des Künstlers zu dem auch Gerhard Altenbourgs Haus im Altenburger Braugartenweg gehört, das der Künstler zu einem Gesamtkunstwerk geformt hat. Einblicke in dieses „Gehäuse“ gaben eine Vielzahl von Fotografien, aber auch Teile der umfangreichen Bibliothek des Künstlers und ganz besondere Objekte aus dem Haus: Kleinplastiken, Entwurfszeichnungen, Grafiken und auch zwei Türen.

Dr. Lucius Grisebach, Kunsthistoriker und Gründungsdirektor des Neuen Museums Nürnberg, hat die Ausstellung kuratiert. Er ist ein profunder Kenner des Werkes von Gerhard Altenbourg und seit Jahren Mitglied des Gerhard-Altenbourg-Kuratoriums des Lindenau-Museums. Seine spannende Führung am vergangenen Sonntag lockte noch einmal mehr als 100 Gäste in die Ausstellung.

Ein erster großer Höhepunkt der Präsentation war bereits deren gut besuchte Eröffnung mit der Uraufführung der Vertonung von Texten Altenbourgs durch den Weimarer Komponisten George Alexander Albrecht und die bravouröse Umsetzung dieser Vertonung durch Mitglieder des Musiktheaterensembles von Theater&Philharmonie Thüringen.

Alle Führungen in der Ausstellung fanden eine überdurchschnittlich gute Resonanz. Und auch die Vortragssäle waren voller Menschen, wenn Referenten unterschiedliche Aspekte aus dem Leben des Künstlers beleuchteten.

Im Besitz der Stiftung Gerhard Altenbourg befinden sich z. B. die Briefe von Horst Hussel, ebenso eine Vielzahl seiner Grafiken. An einem Sonntag im Januar wurde der Briefwechsel zwischen Altenbourg und Hussel präsentiert. Horst Hussel und der Verleger Jens-Fietje Dwars lasen aus den Briefen und der inzwischen 83-jährige Horst Hussel beantwortete sehr nachdenklich und mit großem Feingefühl die Fragen der Anwesenden.

Gebannt verfolgte eine große Schar von Interessierten den Vortrag von Inge Grimm. Die Kunsthistorikerin arbeitet seit zwei Jahren für die Stiftung Gerhard Altenbourg und beschrieb sehr anschaulich ihre Arbeit der wissenschaftlichen Erfassung des Künstler-Nachlasses, stellte aber auch das Künstlerhaus vor: Wände, Türen, Fensterlaibungen sind bemalt und mit Messingapplikationen gestaltet. Auch Lichtschalter und Schrankschlüssel wurden nach Entwürfen des Künstlers gefertigt. Die Zuhörer waren fasziniert und begeistert von den Ausführungen.

Erwähnt sei auch das museumspädagogische Angebot im Rahmen der Ausstellung. Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen beschäftigten sich in Führungen, Workshops und an Projekttagen mit dem Werk des ihnen noch unbekannten Altenburgers. Inspiriert wurden sie u. a. auch durch die großartigen Metallarbeiten des Künstlers. Ein Novum: die Metallwerkstatt des Innova Sozialwerkes bot Möglichkeiten zur eigenen künstlerischen Auseinandersetzung mit diesen Werkstoffen und sowohl Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinschaftsschule Erich Mäder als auch Gymnasiasten aus dem Friedrichgymnasium konnten diese Möglichkeit nutzen.

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