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Wir sind verloren. Weh, wir sind verloren. – Auf den Spuren Kassandras

Lindenaumuseum Altenburg (Foto: der uNi)


LESUNG // Sonntag, 06.10.2019, 15 Uhr

Wir sind verloren. Weh, wir sind verloren. –

Auf den Spuren Kassandras

Im Rahmen der Sonderausstellung „Mit den Waffen einer Frau. Furchtlose Frauengestalten der Antike“ (15.9.2019 – 01.01.2020) lädt das Lindenau-Museum am kommenden Sonntag, den 6. Oktober 2019 zu einem ersten Höhepunkt des Begleitprogramms ein: Schauspielerin Mechthild Scrobanita taucht in die mythische Frühgeschichte Trojas ein und liest ab 15 Uhr aus Christa Wolfs Erzählung „Kassandra“.

Kassandras Leben ist von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet. Als Tochter des trojanischen Königs wächst sie zunächst unter privilegierten Umständen am Hof auf. Der Gott Apollon schenkt ihr die Sehergabe in der Erwartung, sie würde sich ihm hingeben. Da sie sich weigert, bestraft er sie, indem er veranlasst, dass niemand ihren Prophezeiungen glauben wird. Trotz ihrer wiederholten Warnungen muss sie so mit ansehen, wie ihre Familie und ihre Stadt untergehen bis sie schließlich selbst an der Schwelle zum Tod steht.

Anfang der 1980er Jahre adaptiert die ostdeutsche Schriftstellerin Christa Wolf den Mythos der Seherin für ihre 1983 erschienene Erzählung „Kassandra“. Angeregt durch eine Griechenland-Reise, intensiven Recherchen im Bereich der Religions- und Matriarchatsforschung und gesellschaftskritischen Überlegungen, die sie in vier vorhergehenden Vorlesungen thematisiert, schärft sich in ihr die Idee, den Untergang Trojas aus der Perspektive der Unheil verkündenden Königstochter zu schildern, die sich zunehmend von den kriegstreibenden Vorgängen im Palast distanziert.

Für die in Magdeburg geborene, seit 1995 am Theater Altenburg Gera verpflichtete Flötistin und Schauspielerin Mechthild Scrobanita ist Christa Wolfs Kassandra eine „alte Bekannte“: Bereits im Jahr 2013 wirkte sie bei Caro Thums Inszenierung der Erzählung mit.

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