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Die Corona-Krise – Nur Risiko oder auch Chance?


Eine freie Meinungsäußerung ohne absoluten Wahrheitsanspruch, aber als Anregung zum Nachdenken. (Stand 03. Juni 2020)

Im Alltag spüren wir alle die massiven Verschiebungen, welche durch die Corona-Krise wirken. Das lässt uns mehrfach überlegen. Einerseits gilt es die Tagesroutine in Beruf und Familie auf die ungewohnte Situation durchhaltefähig einzustellen. Andererseits sind auch wichtige Themen der gesamten Menschheit dadurch beeinflusst. Einige davon sollen kurz dargestellt werden; auch als Anstoß an jeden Interessierten, über die nun vielleicht möglichen Optionen nachzudenken.

Klima- und Umweltpolitik

Eine global rasant wachsende Bevölkerung verursacht immer mehr den Raubbau natürlicher Ressourcen, bei gleichzeitiger Produktion von immer mehr schädlich wirkenden Rückständen. Langlebige organische Schadstoffe belasten Land, Wasser und Luft erheblich. Die stetig weitere Ausbeutung der Erde, entzieht dem Planeten zusätzlich dessen natürlich-regenerative Kräfte. Zerstörerischer menschlicher Eingriff in die Natur führt zu gravierendem Verlust von Wald, Versteppung und Verwüstung, Artensterben im großen Umfang, Absenkung des Grundwasserspiegels und Anstieg der Meere, Vermüllung von See und Land … die Erde ist ein kranker Planet. Nach Corona muss die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen – Konsens (!?).

Dabei sollen zuerst Wirtschaftszweige mit besserer Öko-Bilanz gefördert werden – Konsens (!!!). Ist es aber nicht auch ein guter Zeitpunkt, um unsere Klima- und Umweltpolitik auf den Prüfstand zu stellen? Zeit für weniger Öko-Populismus zugunsten von etwas mehr Ehrlichkeit? Beispielsweise durch setzen realistischer Klimaziele bei gleichzeitiger Investition in die Entwicklung neuer, mehr umweltfreundlicher Produkte; ohne deswegen die bewährten Techniken sofort zu verteufeln und verbieten zu wollen (Bsp. Diesel Kfz vs. E-Auto)?

Energiepolitik

Unser Energieverbrauch ist gewaltig. Trotz immer besserer Energieeffizienz durch technische Weiterentwicklung, steigt die Zahl der Konsumenten (Wirtschaft, Privathaushalte, Staat …) ungleich schneller. Deutschland als Hochtechnologieland, möchte zukünftig den eigenen Bedarf ganz überwiegend durch Nutzung erneuerbarer Energien abdecken. Das kann man nur befürworten und in deren weitere Entwicklung investieren. Trotzdem sollte der Corona verursachte Lockdown auch hier zum Nachdenken genutzt werden. Immer mehr Offshore Windparks verbauen erhebliche Teile unserer See. Und selbst wertvoller Wald muss großflächig weichen, damit in gigantische Betonfundamente ebenso gigantische Windräder gestellt werden. Der bestimmt klugen Entscheidung, zukünftig ganz auf Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen zu verzichten, steht die unkluge Entscheidung zum Abschalten unserer AKW entgegen.

Erneuerbare Energien sind sicher begrüßenswert, sofern sie ausfallsicher auch bei Windstille und Dunkelheit verfügbar sind. Zig fußballfeldgroße Photovoltaikareale und zig Windenergieanlagen verursachen auch irreparable Schäden für Flora und Fauna. Die Thematik der Energieübertragungsnetze kommt hinzu … wer unterhält diese verantwortlich und achtet darauf, dass keine Überlastung eintritt?

Nuklearwaffen – Bedrohung und/ oder schützendes Abschreckungspotential?

Pazifismus ist gut. Unüberlegt und radikal praktizierter Pazifismus bei gleichzeitigem Ignorieren realer Bedrohungslagen ist gefährlich. Globaler Terrorismus und konventionelle Kriege um Macht und Ressourcen bedrohen uns nicht nur abstrakt. Seit August 1945 kennt die Menschheit auch die totbringende Gefahr von Nuklearwaffen. Selbige sind bis heute nicht nur hinsichtlich ihrer vernichtenden Wirksamkeit weiterentwickelt, sondern ebenso weiterverbreitet. Seit 1970 ist der Atomwaffensperrvertrag (NPT) in Kraft, welchem neben den damaligen fünf Atommächten bis heute nahezu alle anderen Staaten beigetreten sind. Bezeichnend ist, dass ausgerechnet die jüngeren Atommächte – Indien, Pakistan, Israel (und mit Vertragsaustritt in 2003 auch Nordkorea) – keine Unterzeichner sind. Hinzu kommen moderne Überschallträgerraketen für nukleare Sprengköpfe; ausgefeilte Raketenabwehrsysteme, welche dem Angegriffenen die Zweitschlagkapazität erhalten; der Einsatz von EMP Waffen, auch aus dem Weltraum etc. Derart nukleare Waffen-Hochtechnologie liegt auch in Händen derer, welcher zündelnd auf Pulverfässern sitzen, von denen jedes randvoll mit ungelösten Konflikten ist; Indien-Pakistan, Iran-Israel …

Und selbst an der EU Peripherie gibt es im vom Bürgerkrieg zerrissenen ukrainischen Donezk Gebiet mit Russland eine atomare Supermacht, deren direkte Einflussnahme unstrittig ist. Diese Realität sollte auch bei denen ins Bewusstsein dringen, welche mit ihrer scharfen und vorwiegend politisch-ideologisch beeinflussten Kritik an der Trump-Administration zugleich auch den Abzug US-amerikanischer Nuklearwaffen aus Deutschland fordern. Eine durchgängige Zeit von 75 Friedensjahren in unserem Vaterland verdanken wir sicherlich einer außenpolitisch diplomatisch-friedlichen Grundeinstellung, aber sicher auch dem enormen Abschreckungspotential der NATO mit der US-amerikanischen Atommacht an der Spitze. Wie garantiert man den äußeren Frieden ohne nukleares Abschreckungspotential? Mit dem EU-Mitglied Frankreich, welches den EU-Partnernationen die Teilhabe an seinem nuklearen Waffenarsenal verweigert und sich damit EU intern eine schutzmacht-politische Dominanz/ Vorherrschaft verspricht? Stellt sich Deutschland vielleicht unter eine nukleare Schutzmacht Russland, China oder gar Nordkorea? Oder braucht es zur Friedenswahrung gar kein atomares Abschreckungspotential, sondern allein viel Pazifismus und reichlich Glauben an „es wird schon gut gehen“?

Fazit: Die Corona-Krise kann jedem auch zum Anlass dienen, den eigenen Standpunkt zu überdenken und die Richtigkeit unserer mannigfaltigen Politikbereiche, von Wirtschaft über Umwelt bis Soziales, zu bewerten. Was im überregional Großen geschieht, das wirkt sich direkt bis in unser Altenburger Land aus. Manches davon ist sicher sehr richtig. Anderes kann Korrekturen gebrauchen. Einiges sollte ggf. grundlegend geändert werden. Am Ende wünsche ich mir immer einen demokratisch herbeigeführten, politisch-gesamtheitlichen Kurs, welcher uns und unseren Nachkommen eine lebens- und liebenswerte Starke Heimat erhält.

Uwe Rückert

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