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Ein kurzes Statement von uns zu bestimmten Berichten in anderen Medien zu dem Suizid in Schmölln

Pressekonferenz des Landratsamt v.r.n.l. Sven Schrade, Bürgermeister der Stadt Schmölln, Matthias Bergmann, Vizelandrat,
Dirk Nowosatko, Leiter des Fachbereichs Soziales, Jugend und Gesundheit und David Hirsch, MBZ Meuselwitz – Träger der Wohngruppe (Foto: ABG-Info)

Wir erhielten die Pressemeldung der Polizei am Samstagmorgen (22.10.2016) und hatten uns bereits gewundert wieso ein Suizid so pressewirksam veröffentlicht wird. Etwas später so gegen 8:30 Uhr erhielten wir die Einladung zur Pressekonferenz des Landratsamtes. Natürlich ist es nicht schön wenn ein Mensch den Freitod wählt, denn immer steckt auch ein Schicksal dahinter. Nur war in diesem Moment uns noch nicht klar, welche Auswirkung dieses Ereignis auf die Stadt Schmölln an diesem Tag haben wird.

Kurz nach 11 Uhr begann also die Pressekonferenz im Landratsamt Altenburg mit folgenden anwesenden Personen:

  • Matthias Bergmann, Vizelandrat
  • Dirk Nowosatko, Leiter des Fachbereichs Soziales, Jugend und Gesundheit
  • Sven Schrade, Bürgermeister der Stadt Schmölln
  • David Hirsch, MBZ Meuselwitz – Träger der Wohngruppe

Ebenfalls waren verschiedene Pressevertreter der örtlichen Zeitungen und des MDR vor Ort.

Zu Beginn der Veranstaltung war die Stimmung gedrückt und nachdenklich wobei, uns schien, dass die gezeigte Betroffenheit bei einigen Personen nicht sehr überzeugend schien.

In der Pressekonferenz, die knapp 1 Stunde dauerte, ging es nun am Anfang um einige Details des gesamten Vorgangs und zur tödlich verunglückten Person. Wir haben uns dazu entschieden, nach den desaströsen und zum Teil falsch-tendenziösen Pressemeldungen in vielen etablierten Medien Deutschlands (Zeitung, Funk und Fernsehen) welche, die gesagten Worte und Begebenheiten in der Pressekonferenz hier aus dem Kontext gerissen und unrichtig wiedergegeben haben diese Pressemeldung zu veröffentlichen, mit dem Wissen jetzt möglicherweise als Presseportal kritisiert zu werden.

Für uns ist die Wahrheit und die richtige Veröffentlichung von Vorfällen essentiell, denn nur so kann man auch qualitativ gut, wahrheitsgetreu und informativ die Menschen erreichen und informieren.

Gehen wir aber weiter im Kontext und im Statement:

Es wurde in der Pressekonferenz lediglich berichtet das man versuchte, über 1 Stunde den Suizidgefährdeten zu helfen und von seinem Vorhaben abzubringen. Das Alter des Burschen war nach Angaben der Behörden 15 Jahre. Er lebte im Altenburger Land seit dem 25.04.2016 kam über den Sudan – Libyen – Mittelmeerroute – Italien – Schweiz am 31.03.2016 nach Deutschland. Das Geburtsdatum wurde von den Behörden auf den 01.01.2001 festgelegt. Warum muss man ein Geburtsdatum überhaupt bei einer Person festlegen?

Seine Mutter soll nach Angaben wahrscheinlich in Australien/Neuseeland leben zusammen mit 2 Geschwistern, der Vater sei schon tot. Der Name wurde uns nicht mitgeteilt, da das Persönlichkeitsrecht nicht gefährdet werden sollte.

Menschlich stellt sich die Frage, warum dieser junge Mensch die beschwerliche Reise nach Deutschland auf sich nahm, und nicht via Asylantrag in Australien/Neuseeland mit seiner Familie wiedervereint werden konnte.

Zu den Rufen, Video- bzw. Fotoaufnahmen können wir folgendes sagen. Da es nicht erwiesen ist bzw. die Polizei und Feuerwehr derartigen Gerüchten sogar widerspricht, sollte eine seriöse Presse sich mit vermutenden Behauptungen, es wären Gaffervideos gedreht wurden tunlichst zurückhalten. Die Anfrage des MDR war nur, ob jemand von denen, welche zuschauen „mussten“ gefilmt hat. Dies konnte weder bejaht noch verneint werden. Auch entsprechende Rufe konnten nicht bestätigt werden. Der Bürgermeister der Stadt Schmölln, Herr Schrade hat dies zwar angesprochen, aber man konnte dies nicht verifizieren.

Des weiteren fiel der junge Mann öfters wegen problematischen Verhaltens auf, da er Möbel und anderes Inventar zerstörte. Probleme gab es mit Erwachsenen sowie Mitarbeitern des MBZ oder Jugendamtes bzw. Vorgesetzten.

Am Todestag kam er gegen Mittag aus Stadtroda zurück nach Schmölln, um dort zu randalieren und sich anschließend auf das Fensterbrett zu setzen. Polizei, Notarzt, Sozialarbeiter und auch die Feuerwehr versuchten auf den Jugendlichen einzuwirken um ihn von seinem Vorhaben abzuhalten. Nach über 1 Stunde, gegen 15 Uhr sprang er in den Freitod.

Weiterhin hatte die Feuerwehr ein Sprungtuch bereitgehalten und es waren Rettungskräfte auch oben im Zimmer, konnten sich aber nicht der Person nähern, da die mit dem Sprung drohte.

Die Staatsanwaltschaft erkundet gerade in einem Todesursachenermittlungsverfahren. Falls doch Videos auftauchen sollten, hat das Jugendamt damit gedroht die Persönlichkeitsrechte einzuklagen.

Die Meldungen anderer Medien (MDR, Neues Deutschland, Focus etc.) dienen nicht einem sachlichen Dialog und objektiver Information der Bürger, sondern sind tendenziös und verschärfen unnötig das gesellschaftliche Klima. Wir wissen was wir gehört haben und wissen nun wie Meinungen beeinflusst werden können.

Wieso haben wir dieses Statement veröffentlicht?

Da wie bereits oben im Artikel erwähnt, die Meldung zu wichtigen Teilen, aus dem Kontext gerissen und unwahr wiedergegeben wurde, sind wir über den Hass und die Hetze in der deutschen Medienlandschaft entsetzt. Auch einige Lokalpolitiker haben sich diesem Presseecho angeschlossen. Hier wurde vom „rechten Mob“ und Rufern geschrieben, die einen „Flüchtling“ in den Tod getrieben hätten, mit Rufen wie „Spring doch“ und somit eine ganze Stadt, ein Landkreis ja sogar einen ganzen Bevölkerungsteil in Misskredit brachten.

Unter Privatleuten, also im zivilrechtlichen Bereich würde dies schon strafrechtlich an den § 186 StGB (Üble Nachrede) grenzen. Liebe Bürgerinnen und Bürger, bleiben Sie kritisch, Hinterfragen Sie und bilden Sie sich unabhängig ihre Meinung.

 

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