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Kein aktuelles Bild zum Arbeitsmarkt möglich


Der Arbeitsmarkt im März 2020

„Die Daten zum Arbeitsmarkt, auf denen der gewohnte, monatliche Arbeitsmarktbericht beruht, werden immer zu einem festgelegten Stichtag zur Monatsmitte erhoben und verarbeitet. Das war aktuell der 12.03.2020. Die „Corona-Krise“ setzte erst nach diesem Stichtag ein. Demzufolge bilden die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen den saisonalen Verlauf bis Mitte März ab, ohne die Corona-Auswirkungen widerzuspiegeln. Bereits nach den ersten zwei Wochen des Ausnahmezustands hat sich das Bild aber vollständig überholt. Im statistischen Datenmaterial der Bundesarbeitsagentur werden die Auswirkungen jedoch frühestens ab dem nächsten Monat sichtbar werden“- so Stefan Scholz, Chef der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera zur aktuellen Lage.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter Altenburger Land, Saale-Orla-Kreis und Gera haben ihre internen Prozesse komplett angepasst. „Zum Schutz unserer Besucher und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unserer Geschäftsstellen für den Publikumsverkehr geschlossen. Wir sind telefonisch, per Mail oder über die Post erreichbar. Der Gesetzgeber hat in sehr kurzer Zeit viele Regelungen deutlich vereinfacht. Wir nutzen dies zum Beispiel für eine vereinfachte Inanspruchnahme von Leistungen der Grundsicherung,“ informierte Scholz weiter.

Wichtigste Aufgaben der Agentur für Arbeit sind aktuell die Bearbeitung von Anträgen auf Arbeitslosengeld I sowie der Anzeigen und der ab April folgenden Abrechnungen zum Kurzarbeitergeld. Kurzarbeit hatte sich in der Wirtschaftskrise von 2007 bis 2009 als probates Mittel erwiesen, das Unternehmen Zeiten wirtschaftlicher Einbrüche überstehen, ohne Personal entlassen zu müssen. So stellen zum Beispiel die seit Mitte März behördlich angeordneten Schließungen von Geschäften, Restaurants, Kinos usw. im Sinne der Kurzarbeit ein unabwendbares Ereignis dar. Hier benötigen die Firmen die Unterstützung der Arbeitsagentur. In Ostthüringen wurden daher alle verfügbaren Beschäftigten, die sonst für andere Aufgaben eingesetzt sind, zum Kurzarbeitergeld geschult und beraten sowie arbeiten jetzt dort mit.

Für die Jobcenter steht die Gewährung von Leistungen der Grundsicherung an oberster Stelle. Hier gilt aktuell ein vereinfachtes Antrags- und Bearbeitungsverfahren, welches dazu beitragen soll, das Menschen, die kurzfristig auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, schnell geholfen wird.

Laut Scholz sind die Auswirkungen der aktuellen Krise auf den Arbeitsmarkt in Ostthüringen nicht seriös abschätzbar. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen vorerst aus. „Zudem stellen wir einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosneumeldungen fest. Wie sich das in den kommenden Wochen weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.“

Die folgenden Statistikdaten beziehen sich auf den Stand am 12. März 2020:

11.251 Menschen sind im Agenturbezirk Altenburg-Gera arbeitslos
Arbeitslosenzahlen gegenüber Februar leicht zurückgegangen (- 449) und geringer als Mitte März 2019 (- 930)
Arbeitslosenquote sinkt auf 6,1 Prozent; 0,4 Prozentpunkte unter Vorjahr

Die Arbeitslosigkeit hat sich im März um 449 auf 11.251 verringert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 930 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 6,1%; vor einem Jahr hatte sie sich auf 6,5% belaufen. Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 4.751, das sind 287 weniger als im Vormonat und 203 mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 2,6%. Im Rechtskreis SGB II gab es 6.500 Arbeitslose, das ist ein Minus von 162 gegenüber Februar.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Altenburg – Gera waren im März 3.382 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Februar ist dies ein Plus von 30 oder 1 Prozent. Die Arbeitskräftenachfrage hatte auch ohne Corona nachgelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.082 Stellen weniger (–24 Prozent).

Jugendliche
Aktuell sind 947 Personen unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Das sind 32 weniger als im Februar und 8 mehr als vor einem Jahr. Hier sind unter anderem Arbeitslosmeldungen nach dem Ende der 3,5-jährigen Berufsausbildungen enthalten.

Ältere
Bei älteren Arbeitslosen ab 50 bis unter 65 Jahren gab es ebenfalls rückläufige Zahlen. Aktuell sind 4.730 Personen in der Alterskohorte ohne Beschäftigung. Im Vormonat waren es 4.948. Zum Vorjahr ging die Zahl der älteren Arbeitslosen ebenfalls zurück – um 638.

Ausländer
Nahezu unverändert blieb die Zahl der arbeitslosen Ausländer. Aktuell sind 1.350 Personen betroffen, das sind 8 Personen weniger als im Februar und 5 Personen mehr als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitsmarktlage in den einzelnen Regionen ähnelt der des gesamten Agenturbezirks. Die Arbeitslosenzahlen waren bis Mitte März überall rückläufig. Allerdings gilt auch hier – die Auswirkungen des Shutdown sind noch nicht berücksichtigt und quantifizierbar.

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