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Spezialisierung Thüringer Kliniken erhöht Behandlungsqualität für Patienten


AOK-Krankenhausnavigator aktualisiert

Anlässlich der jährlichen Aktualisierung der Daten im AOK-Krankenhausnavigator und der geplanten Veröffentlichung einer bundesweit einmaligen Liste über das Erreichen gesetzlich geforderter Mindestmengen in deutschen Krankenhäusern weist die AOK PLUS auf Licht und Schatten in Thüringens Krankenhauslandschaft hin.

Hervorzuheben ist, dass ein Großteil der 43 Kliniken in Thüringen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmengen in den jeweiligen Leistungsbereichen erreichen. Allerdings liegen die Fallzahlen bei vielen Thüringer Klinikstandorten nur knapp über den gesetzlichen Vorgaben. Eine nachhaltige Spezialisierung von Kliniken – insbesondere bei planbaren Operationen – ist nur bei wenigen Häusern erkennbar.

So werden Patienten in rund drei Viertel der Krankenhäuser (32 von 43) in Thüringen künstliche Kniegelenke eingesetzt. Dabei kommen lediglich zwei von ihnen auf mehr als eine Operation pro Tag.

„Immer noch bieten zu viele Krankenhäuser bei planbaren Eingriffen ein zu breit gefächertes Leistungsspektrum an. Dabei können Spezialisierungen die Behandlungsqualität erhöhen und Risiken für Patienten nachweislich senken“, so Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS.

Nationale und internationale Studien, zum Beispiel der AOK-Krankenhausreport 2017, haben gezeigt, dass es bei vielen Leistungen einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit an durchgeführten Operationen und der Behandlungsqualität gibt. Vereinfacht gesagt gilt der Grundsatz: Je häufiger ein Eingriff in einer Klinik durchgeführt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen. Eine Spezialisierung von Kliniken ist daher im Sinne der Patienten. Das stützt eine repräsentative Umfrage der AOK PLUS: 93 Prozent der Befragten stimmten der Position zu, dass Krankenhäuser auf eine Erkrankung spezialisiert sein sollten. Dafür würden 65 Prozent auch weitere Wege in Kauf nehmen. Rund jede/r Dritte sogar mehr als 30 Kilometer.

„Wir wissen, dass Versicherte im Krankheitsfall bereit sind, auch weitere Wege in Kauf zu nehmen, wenn dafür die Behandlungsqualität steigt“, sagt Rainer Striebel. „Wir fordern daher die Kliniken und die zukünftige Landesregierung auf, im Interesse der Patienten die Spezialisierung von Krankenhäusern bei planbaren Operationen deutlich stärker voranzutreiben.“

Der Vorstandsvorsitzende der AOK PLUS weiter: „Wir empfehlen allen Patienten, sich im Vorfeld einer geplanten Operation über die vorhandene Erfahrung und die Qualität ihrer Wunschklinik zu informieren. Denn das geeignete Krankenhaus muss nicht immer direkt um die Ecke sein. Der AOK-Krankenhausnavigator unterstützt Patienten dabei, dass für sie und ihre Behandlung richtige Krankenhaus zu finden.“

Der AOK-Krankenhausnavigator zeigt Patienten einfach und verständlich, welche Behandlungsqualität ein Krankenhaus erbringt. Zu finden ist dieser unter www.aok.de/krankenhausnavigator.

Hintergrund zur Datenaktualisierung im AOK-Krankenhausnavigator:

Am 24. Oktober 2019 wurden die QSR-Ergebnisse (Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten) aktualisiert. Bereits seit dem Jahr 2008 wird das QSR-Verfahren durch das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Grundlage dafür bilden die Abrechnungsdaten, welche Kliniken an die Krankenkassen liefern und in anonymisierter Form durch das WIdO ausgewertet werden. Die bundesweit veröffentlichten Bewertungen erfolgen derzeit für zehn Leistungsbereiche. Diese umfassen das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenkte bei Arthrose, Hüftgelenkersatz oder Osteosynthese bei Oberschenkenfraktur, die Entfernung der Gallenblase sowie des Blinddarms, den Einsatz therapeutischer Herzkatheter bei Patienten ohne Herzinfarkt, Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung sowie Prostataentfernung bei Prostatakrebs. In diesem Jahr sind die Leistungsbereiche Hüftprothesenwechsel und Verschluss einer Leistenhernie neu in die öffentliche Auswertung aufgenommen worden. Im QSR-Verfahren erhalten im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gute Kliniken drei Lebensbäume, durchschnittliche Kliniken zwei und unterdurchschnittliche Krankenhäuser werden mit einem Lebensbaum gekennzeichnet. Der Mehrwert des QSR-Verfahrens besteht darin, dass Komplikationsereignisse bis zu einem Jahr nach dem eigentlichen Krankenhausaufenthalt nachbeobachtet werden können. Neben dem QSR-Verfahren werden auch weitere Qualitätsinformationen im AOK-Krankenhausnavigator dargestellt, darunter zum Beispiel Angaben zum Erreichen von Mindestmengen.

Hannelore Strobel
Pressesprecherin, AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.

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