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The winner takes it all


STARKE HEIMAT / FREIE WÄHLER: AfD gratuliert Trump zum Sieg – blaue Wahrnehmungsstörung?; Stand: 06. November 2020 um 14:30 Uhr (UTZ)

US Präsident Trump gibt sich gern als beinharter Kämpfer und Siegertyp. Danach handelt er mit bekannter Ellbogenmentalität und zeigt sich angesichts einer möglichen Wahlniederlage zudem als sehr schlechter Verlierer. Und trotzdem, die Wahl ist erst vorbei, wenn einer der beiden Kontrahenten 270 Stimmen der Wahlmänner auf sich vereinen kann. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt Herausforderer Biden mit 264 Stimmen vor Präsident Trump mit 214 Stimmen. Theoretisch zwar möglich, tatsächlich aber wenig realistisch, könnte Trump an Biden noch vorbeiziehen.

Mit viele Theorie und wenig Realismus arbeiten auch andere, bei denen offenbar Wunschdenken über Objektivität siegt. So gratulierte Sloweniens Ministerpräsident Jansa dem US Präsidenten Trump bereits in der Nacht zum 04. November zum Wahlsieg. War das vorauseilender Gehorsam und möglicherweise nationale Verbundenheit zur slowenisch stämmigen First Lady Melania Trump? Man kann es auch schlicht als zockende Anbiederei verstehen.

In Deutschland/ in der EU verfolgt man die US Präsidentenwahl mit Spannung und kommentiert dazu reichlich. Gerade im ÖR Rundfunk und TV lässt man wenig Gutes an Präsident Trump und setzt fast alles auf die Karte Biden. Ausnahmsweise scheinen die Anti-Trump Kräfte Deutschlands und EU-Europas diesmal richtig zu pokern. Doch sollte man auch an einen Präsident Biden keine zu großen Erwartungen haben, dass die angeschlagenen Beziehungen zwischen den USA und der EU sofort wieder eng freundschaftlich werden. Und wie grotesk ungehörig sich ein offenbar verzweifelter Präsident Trump im Angesicht der drohenden Niederlage auch aufführen mag, es ist nicht fair ihm seine durchaus beachtlichen Verdienste abzusprechen: diplomatischer Dialog mit Nordkorea; Annäherung zwischen Israel und arabischen Staaten; Truppenabzug aus Afghanistan; stabilisierende NATO Macht im Konflikt Türkei – Griechenland/EU usw.

Auch bei uns im Land gibt es Parteien und Personen mit Wahrnehmungsstörungen. So ist es mehr als nur irritierend, dass MdB und AfD Außenpolitiker Bystrom dem US Präsidenten Trump im Namen seiner Partei bereits zur Wiederwahl gratulierte. Entweder ist die AfD eine Partei voller Optimisten, als welche die ewig anklagenden Schwarzmaler bisher nicht auffielen. Oder man hat keinen Schimmer von Wahrscheinlichkeitsrechnung und gutem Prognostizieren. Doch muss man Herrn Bystrom (AfD) dankbar sein für diese Selbstoffenbarung seiner stets besserwissenden Partei. Säßen nämlich die Herrschaften der AfD tatsächlich eines Tages auf den Regierungsbänken von Bund und Ländern, dann wäre das bei derart ausgestrahlter Kompetenz doch sehr beängstigend. Würden sie dann wieder abgewählt werden, müsste man wohl ebenso damit rechnen, dass sie gerichtlich und tätlich gewaltsam solch demokratisches Votum zu verhindern suchen würden.

Des einen Freud ist des anderen Leid. In demokratischen Wahlen kann man den Zweitbesten zurecht auch als ersten Verlierer bezeichnen. Doch es wird immer nur einen Sieger geben und the winner takes it all.

STARKE HEIMAT / FREIE WÄHLER

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