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Volkmar Vogel: „Privilegierung von Windkraft im Außenbereich einschränken“

Volkmar Vogel (Foto: ©Schmid/MdB-Büro Vogel)


Unabhängig von den 1.000 Metern Mindestabstand zur Wohnbebauung, die auch in Thüringen gelten, ist Volkmar Vogel für die Abschaffung der Privilegierung von Windkraftanlagen im Außenbereich.

Die bisherige Regelung sei weder zeitgemäß noch der Akzeptanz dienlich, so der Bundestagsabgeordnete aus Ostthüringen. In der gemeinsamen Arbeitsgruppe Akzeptanz/Energiewende ist diese Position von CDU/CSU mit der SPD jedoch schwer durchsetzbar.

Die koalitionsinterne Arbeitsgruppe berät seit Anfang des Jahres u.a. die bessere Beteiligung der Anwohner von Windkraftanlagen und damit die Erhöhung der Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie an Land. Auch wenn es bisher zu keiner Einigung kam, gibt es zumindest einen für die Union gangbaren Kompromiss. Neben den 1000 Metern Mindestabstand, die man bundeseinheitlich regeln könnte, würde es dann einen zweiten größeren Bereich geben, in dem die Privilegierung nicht gilt. Damit wären weitere Untersuchungen zur Beeinträchtigung der Anwohner und der Natur – auch von betroffenen Waldflächen – notwendig. Nach Vogels Ansicht ist dies ein gangbarer Kompromiss.

„Wenn eine Länderöffnungsklausel notwendig wird, um die Zustimmung des Bundesrats zu erhalten, wäre es wichtig, dass Thüringen von dieser keinen Gebrauch macht“, ergänzt der Baupolitiker

Grundsätzlich befürwortet Vogel den Ausbau regenerativer Energien, um die Energieeinsparziele zu erreichen. Er betont jedoch: „Dabei müssen wir Rücksicht auf Mensch, Natur und Kulturlandschaft nehmen. Die Menschen vor Ort müssen einbezogen werden und sich am Planungsprozess beteiligen können. Nur so bekommen wir ihre Akzeptanz und können gemeinsam die Energiewende zum Erfolg führen.“

Ein Kommentar vorhanden

  1. Stromwindmühlen-Spagat der CDU

    Kaum spürt Herr MdB Vogel aufziehenden Unmut der eigenen Wählerschaft, weil man sich immer lauter gegen die fortschreitende „Verspargelung“ des Altenburger Landes mit noch mehr Windenergieanlagen (WEA) äußert, da legt er bei voller Fahrt den Rückwärtsgang ein, dass es im CDU-Getriebe nur so kracht.

    Doch hat gerade die Union geführte Regierung unter Bundeskanzlerin Merkel erst die weitergehenden Anpassungen des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ in 2016 (EEG Novelle) initiiert und folgend fortgeschrieben, den Betreibern weiterhin umfangreich Privilegien zugestanden und den Aufbau hunderter weiterer WEA den Weg geebnet.

    Warum aber ist der Aufbau von noch mehr WEA im Altenburger Land nur ökologischer und ökonomischer Unsinn, dabei eine Verschwendung natürlicher Ressourcen und erheblicher Steuermittel?

    Ein Beispiel:
    Gemäß Thüringer Landesamt für Statistik lag 2016 im Landkreis Altenburger Land allein der Stromverbrauch im Bergbau und der verarbeitenden Industrie bei etwa 27 MWh. Sonstiger Verbrauch durch Privathaushalte, Dienstleistung, Verwaltung, Verkehrsbetriebe … ist hier noch gar nicht eingerechnet.
    Naturgemäß ist es nun nicht durchgängig windig, und wenn, dann ist die Windstärke meist nicht passend zur optimalen Ausnutzung der WEA. In unserer Ostthüringer Lage kann man voraussetzen, dass etwa 8 Monate im Jahr keine positive Auslastung der WEA möglich ist. Damit bleibt offen, wie die windstillen bzw. windarmen Perioden überbrückt werden sollen, insbesondere, wenn man auf atomare Energie und Energie aus fossiler Verbrennung gänzlich verzichten möchte. Dazu bedarf es entsprechender Energiespeicher, welche weder existieren, noch (bei rationalem Nachdenken) überhaupt realistisch sind.

    Die klassische Methode der Nutzung von Pumpspeicherwerken reicht schon lange nicht mehr aus, den hohen Energiebedarf zu decken. Um neue Pumpspeicheranlagen in ausreichender Anzahl aufzubauen, wäre wohl die Fläche unseres Landkreises zu gering, als dass nur der Bedarf in unserer auch weniger dicht besiedelten Region zu decken wäre. So besitzt bspw. die Talsperre Windischleuba-Fockendorf eine Speicherkapazität von etwa 2 Millionen m³ Wasser, welches einem gespeicherten Energievolumen von etwa 200‘000 KWh entspricht. Wollte man also theoretisch in windstillen Phasen den Energiebedarf im Landkreis über dieses gespeicherte Wasser abdecken, wäre der Stausee nach etwa zweieinhalb Tagen leer. Um die minimale Versorgung nur des verarbeitenden Gewerbes im Landkreis für 60 Tage abzudecken, müssten bei dieser Methode der Energiespeicherung etwa 25 Stauvorrichtungen vergleichbar mit der Talsperre Windischleuba-Fockendorf existieren – Privathaushalte sind dabei noch immer nicht mitversorgt.

    Also benötigt man eine alternative Speichermethode, welche sich durch mehrstufige chemische Umwandlung von Windenergie in speicherfähiges Methangas darstellen lässt. So kann in windschwachen/ -stillen Zeiten das erzeugte Methangas durch Verbrennung wieder in elektrischen Strom rückgewandelt werden. Allerdings zeigen sich hierbei zwei gravierende Probleme. Erstens ist im beschriebenen Vorgang von erzeugter Windenergie bis zur Stromgewinnung durch Methangasverbrennung selbst im günstigsten Fall nur ein Energiebehalt von 30% möglich, also durchgängig etwa 70% Energieverlust vorhersehbar. (Bei einem atomar oder Kohle betriebenen Kraftwerk ist die Energieverlustrate nahezu null.)
    Und zweitens hält Methan etwa 25x mehr Wärme fest, als Kohlendioxid, ist damit eines der aggressivsten Treibhausgase überhaupt. Muss man dieses deshalb noch künstlich zusätzlich erzeugen?

    Zur Unmöglichkeit der umfangreichen, sinnvollen Speicherung von Windenergie, kommt noch das Problem der Netzeinspeisung. Mit der Priorisierung von Netzeinspeisungen für regenerativ erzeugte Energien, werden die konventionellen Stromerzeuger (Kohle- und Atomstrom Kraftwerke) konsequent und marktverzerrend benachteiligt. Auch die noch immer vielfältig bestehende Subventionierung immer neuer WEA durch EU, Bund und Land wirken störend in den Energiemarkt hinein. So wird umgekehrt, bei oft bestehendem Überangebot erzeugten Stroms, der durch Wind- oder Sonnenenergie erzeugte Strom vorrangig in die kapazitätstechnisch schnell überlasteten Netze eingespeist. Konventionelle Stromerzeuger müssen dann ihre Leistung drosseln bzw. temporär abschalten. Trotzdem, das bestehende Speicherproblem für erneuerbare Energien belegt dieses klar, sind die konventionellen Kraftwerke weiterhin unverzichtbar, wenn durchgängige Stromversorgung gewährleistet werden soll, insbesondere im dunklen und oft windarmen Herbst und Winter.

    Welchen sonstigen ökologischen Schaden die WEA anrichten ist hinlänglich bekannt. Unwiederbringliche Zerstörung guten Bodens durch tausende Tonnen Betonfundament, großflächiger Netzausbau im Tiefbau (welcher bei weitem nicht mit der viel schnelleren Errichtung von immer mehr WEA standhält – deshalb noch mehr ungenutzte (verpuffte) Energie und fortschreitende Netzüberlastung), massive Schädigung für Mensch sowie Flora und Fauna auch im weiträumigeren Umfeld der WEA.

    Erneuerbare Energien sind deshalb trotzdem gut und müssen weiterentwickelt werden. Allerdings sollten sie konsequent nur dort zum Einsatz kommen, wo sie ökologisch sinnvoll sind und zudem wirtschaftlich positiv wirken. Deshalb ist die Mitversorgung von Privathaushalten durch Solaranlagen gut. Auch die anteilige erneuerbare Stromerzeugung durch Unternehmen, welche diese unmittelbar und verlustfrei nutzen, ist immer begrüßenswert und förderungswürdig. Die breitangelegte und vielfach mit Steuermitteln subventionierte Einspeisung erneuerbarer Energien in das deutsche Stromnetz hingegen, ist umwelttechnischer und wirtschaftlicher Unsinn, trägt allein zum unzweckmäßigen Verbrauch zahlreicher Ressourcen bei.

    Ein nicht belastbar grundlagengesichertes Propagieren der „Sektorkopplung“ ist ebenfalls nur Makulatur. So wird behauptet durch intelligente Zusammenführung der bisher getrennt agierenden Bereiche von Strom, Wärme und Verkehr die Entkarbonisierung voranzutreiben, während tatsächlich die Produktion von Kohlenstoffdioxid meist nur verlagert wird, bspw. vom einzelnen Kraftfahrzeug auf die zentrale Herstellung von Autobatterien für Elektrofahrzeuge. Das heute ein Elektrofahrzeug im Durchschnitt 8 Jahre fahren muss, um vergleichend zu einem Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor die etwa gleiche Ökobilanz zu erreichen, ist Tatsache. Bei der Herstellung einer Batterie für ein Elektrofahrzeug liegt, je nach Leistung, die Produktion von CO² zwischen 5 und 20 Tonnen.
    Und auch im Verkehr ist die Entwicklung von Zukunftstechnologien sehr richtig und wert unterstützt zu werden, aber bitte ohne Augenwischerei. Es ist eben gänzlich widersinnig und unvernünftig, wenn in Deutschland konventionelle Kraftwerke (Atom und Kohle) ohne ökologisch sinnvolle und wirtschaftlich durchhaltefähige Alternativen abgeschaltet werden. So ein Verhalten belastet unsere Umwelt, zerstört viele Arbeitsplätze und schafft zudem Abhängigkeiten von externen Zulieferern, ist also unserer eigenen Energiesicherheit abträglich.

    Das alles in ebenso klare Worte zu fassen verlangt freilich auch, dass Herr MdB Vogel und seine CDU eingestehen, in den zurückliegenden Jahren allein auf Jagd nach Wählerstimmen der nichtpraktikablen, rein ideologischen Politik der Grünen (wider besseren eigenen Wissens) nachgeeilt zu sein, statt progressiv und ehrlich den Weg der Vernunft und Wissenschaft zu folgen. Das aber rächt sich, denn die Grünen Ideologen werden der CDU keine Wählerstimme abgeben, haben das „Unsinn-Greta-Klimaprogramm“ völlig für sich vereinnahmt. Und um es mit Franz Josef Strauß zu halten – wenn die Union nun auf dem „buntgeschmückten Narrenschiff Utopia grüner Politik unter einem grünen und zwei linken Faschingskommandanten“ mitfahren möchte, bitte schön. Das Grüner Wahlerfolg jedoch konsequent zu Linker Politik führt, zeigte sich nicht nur 2014 in Thüringen, sondern zuletzt auch bei den Bremer Bürgerschaftswahlen.
    Fazit: Wer sich auf die Grünen verlässt, der ist verlassen – in jeder Hinsicht.

    Vernünftiger wäre allerdings zuerst verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und anschließend bessere politische Partner zu finden. Ob dieses der CDU und Herrn MdB Vogel gelingt, wird die Zukunft zeigen.

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