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Deutschland befindet sich in einer gefährlichen Staatsverleugnung in Hinblick auf Einwanderung, Islam und Terrorismus

The Telegraph (Großbritannien), 25.07.2017

Deutschland befindet sich in einer gefährlichen Staatsverleugnung in Hinblick auf Einwanderung, Islam und Terrorismus

In den vergangenen sieben Tagen wurden deutsche Zivilisten von vier Männern nahöstlicher oder asiatischer Herkunft angegriffen. Drei davon konnten dem IS zugerechnet werden. Beim letzten Zwischenfall sprengte sich ein Syrer vor einem bayrischen Festival in die Luft, nachdem er dem IS gehuldigt hatte.

Joachim Herrmann, Bayerns Innenminister, trat an die Öffentlichkeit mit Fragen über die Einwanderungspolitik, infolge derer mehr als eine Million Einwanderer aus Syrien, Irak und Afghanistan während des vergangenen Jahres meist unkontrolliert nach Deutschland kamen.

Das Stellen solcher Fragen mag logisch und vernünftig erscheinen, aber Deutschlands Flüchtlingsdebatte folgt nicht immer der Logik oder dem gesunden Menschenverstand. Thomas de Maizière, der Bundesinnenminister, versuchte zu behaupten, dass die Politik der Offenen Tür seiner Chefin Angela Merkel nichts mit den gegenwärtigen Anschlägen zu tun hätte.

Während Herrn Herrmanns Einstellung realistischer ist, demonstriert die Meinung eines Herrn de Maizières eher die typische politische Debatte zu Fragen von Einwanderung, Integration und Sicherheit. Aus mehreren Gründen, manche historisch verständlich, sind deutsche Politiker sehr ängstlich einzugestehen, dass es Erstens zu hinterfragen ist, ob sich alle Einwanderer sanft in westliche Gesellschaften integrieren lassen und deren westliche Werte akzeptieren werden, und dass Zweitens bestimmte Wählerkreise legitime Ängste gegenüber den in ihrem Land eintreffenden Menschen mit deren weit entfernten Moralvorstellungen haben. Dieses Schweigekartell muss gebrochen werden, denn es könnte ernsten Schaden anrichten.

Westliche Demokratien machen neuerdings häufig die Erfahrung mit politischen Ereignissen, die früher undenkbar schienen, zumindest für deren Politiker-Elite. Wenn es eine Gemeinsamkeit zwischen dem Brexit, der Kandidatur Donald Trumps und dem Aufstreben der Front National in Frankreich gibt – dann ist es die Ignoranz des politischen Establishments und deren Verspottung seiner Wähler mit ihren Sorgen auch hinsichtlich Einwanderung und kultureller Zusammengehörigkeit, welche Unruhen in der Zukunft heraufbeschwören wird. Solche Umstände verschwinden nicht, nur weil Politiker sie verleugnen, nein – sie brechen sich unvorhersehbar Bahn! Um solche gesellschaftlichen Ausbrüche zu vermeiden, gehört es sich, dass Mainstream-Politiker jene Ängste vernünftig und sachlich ansprechen. Ansonsten nutzen diese Konflikte Splittergruppen aus, die sich durch diese sozialen Probleme eher profilieren als sie zu lösen.

Zu viele deutsche Führungskräfte verleugnen die Fragen, welche Angela Merkels Einwanderungspolitik der Offenen Tür aufwirft. Sie sollten schleunigst diese Selbstverleugnung aufgeben und Antworten geben, bevor weniger vertrauenswürdige Elemente ihre Lösungen kund tun.

 

Weblink: http://www.telegraph.co.uk/opinion/2016/07/25/germany-is-in-a-dangerous-state-of-denial-about-immigration-isla/

Eine Übersetzung von Dr. Gunter Seyffarth – Herausgegeben The Telegraph (Großbritannien) vom 25.07.2016

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