„AmoK, I don’t like Mondays“
Mobile Klassenzimmerproduktion für Schüler ab 5. Klasse
Die Fassungslosigkeit über einen jungen Menschen, der in einem Amoklauf wahllos auf Menschen schießt und damit großes Leid auslöst, ist anhaltend und tief. Ein Amoklauf ist unbegreiflich, aber er existiert und ist somit Teil unserer gesellschaftlichen Realität. In den sich häufenden so genannten „Schulmassakern“ treffen eine psychische Extremsituation und absolute Gewaltbereitschaft in einer fatalen Mischung zusammen. Aber jede Tat hat eine Vorgeschichte und hierfür kann es keinen gesellschaftlichen Freispruch geben. Das Forschen nach den Ursachen muss im Vordergrund stehen, beginnend mit der Kernfrage, woher extreme Wut und blinder Hass kommen.
Theater&Philharmonie Thüringen bereitet eine mobile Klassenzimmerproduktion für Schüler ab 11 Jahre zu diesem Thema vor. „AmoK, I don´t like Mondays“ ist der Titel der Stückentwicklung von Regisseurin Helen Schröder und Dramaturg Günther Philipowski. Spielen wird Jochen Paletschek. Für die Ausstattung zeichnet Hilke Förster verantwortlich. Premiere ist am 10. Februar im Puppentheater der Bühnen der Stadt Gera und am 11. Februar im Theater unterm Dach Altenburg, Beginn jeweils um 19.30 Uhr.
„I don’t like Mondays. This livens up the day.“ (Ich mag keine Montage. Das belebt den Tag.) Das war Ende der Siebziger die Antwort der 16-jährigen Brenda Ann Spencer auf die Frage nach dem Grund ihres Amoklaufs. Wir mögen alle keine Montage – das Wochenende ist vorbei und man muss wieder in die Schule oder zur Arbeit. Aber deshalb knallen wir niemanden ab.
Amok ist Koma, nur umgekehrt. Heute wird überall von Depression gesprochen. Wie sehr muss jemandem das Wasser bis zum Halse stehen, dass er nicht mehr atmen kann? Wie ist es überhaupt möglich, dass Menschen in alltäglichen, banalen Situationen plötzlich ausrasten und die Kontrolle verlieren? Das ist der kalte Tropfen auf dem heißen Stein. Wer kurz vor dem Riss steht, kurz vor der Sprengung, also dort, wo Spannung und Druck am größten sind, für den spielt der Auslöser keine Rolle mehr. Da wird die Mücke zum Elefanten, der Pups zum Donnerschlag. Der Gang zur Tafel, um eine Rechenaufgabe zu lösen, wird zum Horrortrip und Ausgangspunkt unserer Geschichte „AmoK, I don´t like Mondays“.
Ähnlich wie in dem Film „Lola rennt“ spielt die Hauptfigur verschiedene Reaktionen durch, die in einer unmittelbaren Zukunft liegen. Vergangenheitssplitter verbinden sich mit dem Hier und Jetzt und dem, was im nächsten Augenblick passieren könnte. Was ist möglich, wenn nichts mehr möglich erscheint? Alles.
Eine Montage aus Texten (Interviews, Romanen, Dramen, eigenen Texten etc.), konzipiert für eine Schulstunde und das Klassenzimmer, spielt das Stück mit allen Möglichkeiten. Denn grade in der Not liegt die Kraft und im Schmerz der Nährboden für Neues. Er zwingt uns kreativ zu sein, Gewohnheiten zu brechen und neue Wege zu gehen. „AmoK“ ist ein Stück über das Leben.
Wer die mobile Klassenzimmerproduktion gern in seiner Schule haben möchte, meldet sich bei den Jugendreferenten Susanne Deckert im Landestheater Altenburg (Telefon 03447-585160) bzw. bei Marco Schmidt an den Bühnen der Stadt Gera (Telefon 0365-8279-102).




