
Denkmalschützer Jürgen Fröhlich (links) und Michael Harnisch (Dachservice Harnisch KG) sprachen im Innenhof über die Notsicherung des Kulturdenkmals Johannisstraße 16. (Foto: Ronny Seifarth)
In den vergangenen Tagen wurden am Kulturdenkmal Johannisstraße 16 in Altenburg erste Arbeiten zur Notsicherung vorgenommen. Mit dem Schließen von Fenster- und Türöffnungen, der Reparatur der Dacheindeckung sowie der Reinigung und Reparatur der Dachentwässerung soll dem drohenden Verfall des Gebäudes Einhalt geboten werden.
Das vor circa 300 Jahren durch den Altenburger Ratsbaumeister Johann Georg Hellbrunn errichtete barocke Stadthaus steht bereits seit dem Jahre 1996 leer und war in den letzten Jahren zunehmend verwahrlost. Nach langen und intensiven Bemühungen der Unteren Denkmalschutzbehörde hat der auswärtige private Eigentümer nun die erforderlichen Arbeiten zur Notsicherung des Hauses in Auftrag gegeben.
Eine Dienstfahrt, die Oberbürgermeister Michael Wolf am Mittwoch dieser Woche nach Erfurt führte, war von Erfolg gekrönt. In der Landeshauptstadt erhielt das Stadtoberhaupt die Zusage, dass der Freistaat Thüringen Städtebau-Fördermittel für die Sicherung des so genannten Ernestinums (Bei der Brüderkirche 6) gewährt. Die Gelder summieren sich auf insgesamt rund 870.000 Euro. Vorausgesetzt, der Altenburger Stadtrat genehmigt die vorliegenden Entwurfsplanungen in seiner April-Sitzung, könnten die diversen Baumaßnahmen schon im September dieses Jahres beginnen. „Mit Blick auf das gegenüber liegende Areal am Markt ist das besonders erfreulich“, so der Oberbürgermeister. „Die Maßnahme stellt eine Aufwertung des gesamten Areals dar.“

Kulturdenkmal „Schwarzer Bär“: Die Hüllen sind gefallen (Foto: Ronny Seifarth=
Seit Monaten glich die ehemalige Gaststätte „Schwarzer Bär“ in der Johannisstraße 5 und 6 einer Großbaustelle. Hinter Planen wurde emsig an der Instandsetzung des Kulturdenkmals gearbeitet. Vor wenigen Tagen sind nun die Hüllen gefallen und der Blick fällt auf die frisch verputzten Fassaden und das neu gedeckte Dach. Die Arbeiten sind damit im Wesentlichen abgeschlossen. Ausbauarbeiten, wie die Herstellung von Fußbodenaufbauten und Putzen im Gebäudeinneren, der Einbau von Innentüren, die technische Ausrüstung im Gebäudeinneren, sind nicht Gegenstand der Maßnahme.

Thüringens Kultusminister Christoph Matschie überreichte das Siegel am Mittwoch dieser Woche an Oberbürgermeister Michael Wolf, Pfarrer Reinhard Kwaschik und Birgit Kamprath, Vorsitzende des Gemeindekirchenrats. (Foto: Frithjof Tostlebe,(Stadtverwaltung)
In Thüringen haben in dieser Woche sieben Stätten der Reformation das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen bekommen, darunter die Altenburger Bartholomäikirche. Thüringens Kulturminister Christoph Matschie nahm die Ehrung am Mittwoch in Erfurt vor und gratulierte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf und Pfarrer Reinhard Kwaschik zu der Auszeichnung.

Auszeichnung für Kulturdenkmal „Ohlsche Klinik“ (Foto: Ronny Seifarth)
Auszeichnung für Kulturdenkmal „Ohlsche Klinik“
Am 16. August 2011 tagte die Jury zur Vergabe des Denkmalschutzpreises der Stadt Altenburg. In diesem Jahr wurden insgesamt sechs Vorschläge für die Preisvergabe eingereicht. Alle Vorschläge entsprachen der Vergaberichtlinie. Nach Einzelvorstellung und eingehender Diskussion der Vorschläge wurden durch die Mitglieder der Jury einstimmig folgende Entscheidungen getroffen:

Dr. Uwe Moos zeigt einen Erdklumpen, in den Metallfäden eingeschlossen sind, die wahrscheinlich aus Gold bestehen. Foto: Ronny Seifarth
Spektakulärer Grabfund gibt Rätsel auf
Bereits seit November 2009 graben die Archäologen wieder an den Roten Spitzen. Nachdem in den Jahren zuvor Teile der Stiftskirche ausgegraben werden konnten, stehen nun die ehemaligen Klausurgebäude im Zentrum des Interesses. Hier konnten vor allem im Bereich des Westflügels der Klausur wichtige Baubefunde erkannt werden. Neben einer romanischen Kellertonne des Klausurgebäudes haben sich Bausubstanz der Kreuzganginnenmauer von 1306 und Pfostengruben eines hölzernen Vorgängerbaus erhalten. Der hölzerne Vorgängerbau des Kreuzgangs und das Klausurgebäude selbst dürften noch im 12. Jahrhundert fertig gestellt worden sein, das zeigte die Auffindung einer für diese Zeit typischen Kopfnischenbestattung im Kreuzgang (Erklärung: Bei einer Kopfnischenbestattung erfolgt die Anlage der Grabgrube passgenau an die Körperform des Toten). Für die Baugeschichte der Stiftsanlage sind dies enorm wichtige Erkenntnisse.