Dienstag , 7 Dezember 2021
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„Angst vor dem großen Gegner“ wurde bestraft


Thüringenliga Männer Staffel 2
SV Aufbau Altenburg – HV Ronneburg 29:33 (11:16)

In den vergangenen Jahren waren die Rollen beim Derby zwischen den Altenburger und Ronneburger Handballern eigentlich immer klar verteilt: Während sich die Skatstädter in der Außenseiterrolle wägten, befanden sich die Gäste in der Favoritenposition. In diesem besonderen Jahr war dies allerdings anders! Dank der überraschend guten Saisonleistungen der Aufbau-Männer offenbarte der Blick auf die Tabelle der Staffel 2 der Thüringenliga nämlich ein anderes Bild: Auf Platz 2 erwartete das Team von Cheftrainer Christian Hoppe nämlich die auf Rang 3 platzierten Gäste aus Ronneburg. Ein absolutes Spitzenspiel stand somit ins Haus.

Bevor dieses beginnen konnte, gab es jedoch erst einmal einige organisatorische Herausforderungen zu meistern. Aufgrund der neuen Corona-Verordnung des Freistaates fand das Spiel für alle Beteiligten nämlich unter 2-G-Regeln statt. Sowohl auf den Rängen, auf dem Parkett als auch beim Organisationsteam durften demnach nur gegen COVID-19-Geimpfte oder Genese teilnehmen. Gleich am Einlass zeigte sich allerdings die bestens strukturierte Abteilungsarbeit der Handballer, die mit der nötigen Sorgfalt auf die Einhaltung der Maßnahmen hinwiesen, sowie den Nachweis entsprechender Dokumente prüften. „Alle Teilnehmer*innen waren gut vorbereitet, hatte ihre Nachweise mit und somit lief der Einlass wirklich entspannt und zügig ab“, bestätigte Abteilungsmitglied Jörg Rudolph. „94 Prozent der Teilnehmer*innen waren geimpft, das ist doch eine gute Quote“, fügte er an.

Damit war alles angerichtet für das Ostthüringen-Derby im Goldenen Pflug. Insbesondere Neu-Trainer Christian Hoppe hatte sich auf die Partie gegen seinen Ex-Verein gefreut. Aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus musste er sowohl dem Trainingsbetrieb in der Vorwoche als auch den entscheidenden 60 Minuten jedoch fernbleiben. Letztlich verfolgte er die Partie per Live-Stream vom heimischen Wohnzimmer aus. Mit dem Anpfiff erlebte der Zeitsoldat jedoch gleich einen Rückschlag, denn die ersten 15 Minuten gehörten ganz klar den Gästen. Während die Altenburger von der direkten Manndeckung gegen Nico Bertus offenbar auf den völlig falschen Fuß erwischt wurden, netzten die Ronneburger nach Belieben ein und setzten sich schnell auf 4:10 ab. Die Aufbau-Männer fanden insbesondere im Angriffsgeschehen nicht zur gewohnten Stärke und konnten sich trotz gut herausgespielter Chancen nicht profilieren. In den meisten Fällen scheiterten die Skatstädter nämlich am bestens aufgelegten Gästetorhüter. Dazu gesellte sich eine Abwehrarbeit, die oftmals die Kreisanspiele nicht verhindern konnte, und Ronneburg damit zu leichteren Toren einlud. Bis zur Halbzeit fing sich das Team von Coach Sebastian Heilmann dann aber, fand den eigenen Rhythmus und agierte auf Augenhöhe, wenngleich dies am Rückstand nur wenig änderte. “Das 11:16 zur Halbzeit resultierte aus 18 Fehlwürfen in den ersten 30 Minuten” betonte Heilmann zum Pausentee sichtlich angefressen.

In der Kabine machte er bei seiner Mannschaft dennoch den klaren Willen aus, noch einmal anzugreifen und das Ruder rumreißen zu wollen. Doch auch wenn die Ronneburger mit wachsender Spielzeit immer mehr an Substanz verloren, schafften es die Altenburger nicht, den Rückstand wirklich entscheidend wettzumachen. “Zu jeder guten Aktion, gesellte sich eine schlechte”, fasste es Heilmann später zusammen. Deshalb sei sein Team nicht wirklich näher an die Gäste herangekommen. Letztlich agierten die Ronneburg in gewohnt abgezockter Manier und waren das cleverere Team auf dem Feld, weshalb der Sieg – auch in der Höhe – völlig verdient an den Tabellennachbarn ging. “Die Mannschaft stand sich heute einfach selbst im Weg. Aber ich mache da keinem einen Vorwurf. Die Truppe ist jung und entwickelt sich gut. Aber wir müssen eben auch lernen, die Angst vor den “vermeintlich großen Gegnern” abzulegen”, bilanzierte Hoppe nach dem 29:33-Endstand.

Am Ende waren es also doch wieder die Ronneburger, die das Derby für sich entschieden und nun in der Tabelle vor den Altenburger stehen. Die nächste Partie der Skatstädter stünde in zwei Wochen bevor. Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage muss dahingehend aber sicher abgewartet werden, ob der Spielbetrieb weiter aufrechterhalten wird, oder ob der THV sowie der Freistaat Thüringen und die einzelnen Landkreise neue, noch striktere Regeln für den Amateursport festlegen werden.

Sollte es bei den bisherigen Maßnahmen bleiben, wäre am 4. Dezember erneut im Goldenen Pflug Anpfiff für das Aufbau-Team. Dann gegen den derzeitigen Tabellensechsten aus Saalfeld/Könitz.

Der SV Aufbau Altenburg spielte mit: Kießhauer, Reinhardt (beide im Tor), Engelhardt, Meuschke (2 Tore), Krause (2), Bertus (5), Kaldi (6), Bauch (6), Bettels (4), Unger, Schäfer (1), Walzel (2), Kirme (1), Borngräber

Artikel: Annekathrin Leipnitz

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