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Bittere Niederlage nach Hitzeschlacht


Handball Mitteldeutsche Oberliga Frauen
SV Aufbau Altenburg – Görlitzer HC 31:34 (19:12)

Die Handball-Frauen des SV Aufbau Altenburg haben am vergangenen Sonntag eine bravouröse Mannschaftsleistung gezeigt – und dennoch eine Niederlage kassiert. In der Hitzeschlacht, die aufgrund einer Parallelveranstaltung im Goldenen Pflug diesmal in der Wieratalhalle in Ziegelheim stattfand, kämpfte die stark dezimierte Equipe von Ronny Bärbig und Antonio Rohr bis zur letzten Minute. Am Ende musste die Rumpftruppe aber der personellen Stärke der Gäste aus Görlitz Tribut zollen. 51 Minuten lang begeisterten die Skatstädterinnen mit effektiven Handball, spielten sich trotz fehlender Wechselmöglichkeiten in einen Rausch – doch in den letzten acht Minuten schwanden schlicht die Kräfte. Aufgrund der Niederlage und des deutlichen Sieges von Rückmarsdorf in Jena bedeutet der Punktverlust den sportlichen Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga.

„Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie ich dieses Spiel in Worte fassen soll“, erklärte Chefcoach Bärbig kurz nach der Partie. „Da war einfach alles drin. Ich bin so stolz auf mein Team, wie es sich hier reingehangen hat – trotz all der widrigen Umstände. Dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen, ist so bitter“. Seine Mannschaft, die im letzten Saisonspiel lediglich mit acht Spielerinnen agieren konnte, präsentierte sich nämlich über 50 Minuten von seiner besten Seite. Nachdem sich beide Teams zum Auftakt etwas abtasteten (3:3), setzten sich die Altenburgerinnen in der 8. Minute in Front und erarbeiteten sich über die Stationen 12:8 und 14:10 einen 19:12-Halbzeitstand. Durchaus eine Überraschung – standen auf der Heimseite doch lediglich 8 Frauen zur Verfügung, auf Seiten der favorisierten Görlitzer aber 13. Personell unterlegen übertrumpften die Aufbau-Damen den Sieger der Playdownrunde aber in puncto Einsatz, Kampfeswille und Teamgeist. Vivien Klöppel, Laura Moosdorf und Franziska Bärbig führten ihre Mannschaft im Angriff zum Erfolg, während Kapitänin Denise Hoffmann wieder für Stabilität im Abwehrverband sorgte und Doreen Kabisch als sicherer Rückhalt im Tor avancierte. Leider verletzte sich Simona Talarova wenige Minuten vor dem Pausentee so schwer, dass sie nicht mehr zum Einsatz kommen konnte. Somit standen Bärbig ab diesem Moment nur noch 7 Spielerinnen zur Verfügung – was (bei 37 Grad Außentemperatur) schlichtweg keine Wechselmöglichkeiten mehr zur Folge hatte.

Eine schlechtere Ausgangslage konnte man sich kaum vorstellen – zumal mit Denise Hoffmann, Julia Thurm und Andrea Brablcova gleich drei Kreismitte-Spielerinnen auf dem Feld weilten, die sich nun schnellstmöglich mit neuen Positionen anfreunden mussten. Doch jede seiner Schützlinge stellte sich zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft. „Alle waren angeschlagen, hatten mit Blessuren oder der Hitze zu kämpfen. Und dennoch haben sie alle alles rausgehauen. Das verdient einfach großen Respekt“, betonte Bärbig rückblickend. Wenngleich der Vorsprung aus den ersten 30 Minuten zusehends schrumpfte, wehrte sich die Aufbau-Sieben nach Kräften und zeigte den unbedingten Willen, diese letzte Partie für sich zu entscheiden. In der 52. Minute war es dann Julia Thurm, die das 30:27 markierte und wenig später beim 31:30 ihr Team nochmal in Front schob. Danach war es dann allerdings eine Kraftfrage, die die Gäste aus Görlitz für sich entschieden. Während den Sachsen noch vier weitere Treffer glückten, musste Altenburg abreisen lassen. Am Ende resultierte eine bittere 31:34-Niederlage.

Da im zeitgleichen Spiel zwischen Rückmarsdorf und Jena die Randleipziger die Nase deutlich vorn hatten, war der sportliche Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga für die Aufbau-Damen besiegelt. Als Neunter der Abschlusstabelle konnten die Ostthüringerinnen lediglich den HBV Jena 90 hinter sich lassen und verpassten damit das Saisonziel Klassenerhalt. Verloren hatten sie diesen Kampf jedoch nicht in der Abstiegsrunde, in der sie gute Leistungen zeigten, sondern in der Hinrunde, in der sie sich in den entscheidenden Phasen zu viele Fehler leisteten, und dadurch Spiele leichtfertig hergaben. Ganz ad acta legen müssen die Aufbau-Damen ihren Traum von der Zugehörigkeit zur vierten Liga vielleicht aber dennoch nicht. Aufgrund der Tatsache, dass die Spielstärke der Liga nach Anwendung der Auf- und Abstiegsregeln noch nicht erreicht ist, räumte ihnen Staffelleiter Ralf Seidler eine Option auf einen freien Platz für die kommende Spielzeit ein. Die Abteilungsleitung nutzte die Chance und meldete das Team für die MHV-Saison 2022/23. Eine endgültige Entscheidung – auch anderen Teams wurde diese Möglichkeit offeriert – trifft die AG Spieltechnik des MHV jedoch erst in den kommenden Tagen und Wochen.

Aber: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt – und ein Fünkchen Glück haben sich die Damen des SV Aufbau Altenburg nach diesen furiosen Auftritten der letzten Wochen wahrlich verdient. Bleibt also zu hoffen, dass der Frauen-Handball im Altenburger Land auch künftig in der höchsten Spielklasse von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vertreten sein wird.

Der SV Aufbau Altenburg spielte mit: Kabisch, Klöppel (7 Tore), Moosdorf (10/5), Thurm (2), Brablcova (1), Talarova (2), Hoffmann (2) und Bärbig (7)

Artikel: Annekathrin Leipnitz

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