Samstag , 23 Oktober 2021
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Schloss Windischleuba wachküssen

„Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“

Fortsetzung am 14. Oktober 2021

Der Tag des offenen Denkmals 2021 war eine seltene Gelegenheit, das Schloss Windischleuba zu besichtigen und etwas über seine wechselhafte Geschichte zu erfahren. Möglich wurde dies nur durch den freiwilligen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern aus Windischleuba und der Nachbarschaft. Angeregt durch das Landkreis-Projekt „Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ fanden sich mehr als 20 engagierte Freiwillige, die unter dem Motto „Schlossführer für einen Tag“ gemeinsam mit dem Lindenau-Museum Altenburg ein informatives und spannendes Programm für den Denkmaltag erarbeiteten und zur Umsetzung brachten.

Über 350 Gäste nahmen am 12. September 2021 zwischen 10 und 14 Uhr das Angebot wahr. In Kleingruppen konnten sie ausgewählte Schlossräume durchstreifen, die normalerweise nur für Jugendherbergsgäste geöffnet sind. Bei einem Rundgang mit Sabine Naundorf, Sandra Tieg, Helmut Weigel, Ute Weigel oder Sabine Hofmann erfuhren die Besucher allerlei Wissenswertes und Kurioses aus der langen Historie des Denkmals mit besonderem Augenmerk auf seine Ausstattung seit dem historisierenden Umbau durch Börries Freiherr von Münchhausen ab 1880. Für die jüngsten Schlossbesucher gab es ein spannendes Kinderrätsel. Einen klangvollen Abschluss fand jede Führung im Musikzimmer, wo Marlene Husung, eine angehende Musikstudentin aus dem Altenburger Land, mit Violine und Klavierspiel begeisterte. Parallel zu den Führungen erzählten im historischen Rokokosaal Zeitzeugen wie Karl-Heinz Otto, Manfred Hainich und Uta Große aus ihren persönlichen Erinnerungen an das Internatsleben, das zwischen 1945 und 1976 hinter den Schlossmauern herrschte. Sein letzter Besitzer, der Dichter Börries Freiherr von Münchhausen, wurde in den Lesungen von Roswitha Gumprecht und Dominique Jahn thematisiert. Zurück ins 18. Jahrhundert führte die Vorstellung von Tagebuchauszügen des Bernhard August von Lindenau, dessen Familie ebenfalls zu den vormaligen Besitzern des einstigen Rittergutes in Windischleuba zählte. Für den reibungslosen Ablauf und eine große Auswahl kulinarischer Stärkungen sorgten viele weitere freiwillige Helferinnen und Helfer u.a. von der Freiweilligen Feuerwehr, dem Oldtimer Club oder den Faschingsstörchen in Windischleuba. Ihnen allen und nicht zuletzt dem Leiter der Jugendherberge, Matthias Buhl, und seinem Team gilt ein herzlicher Dank der Fliegender-Salon-Organisatoren für ihren Einsatz.

Schon bei den Vorbereitungen für den Denkmaltag 2021 waren sich alle Beteiligten einig, dass die Mühen dafür kein Einmalprojekt bleiben sollten. Wie kann es gelingen, das bestehende Interesse der Öffentlichkeit am Schloss Windischleuba und seiner Umgebung regelmäßig mit Erlebnissen zu belohnen? „Der fliegende Salon“ möchte gerne mit weiteren Gemeinschaft stiftenden Aktivitäten Lösungen auf diese Frage finden und erproben.

Alle Interessierten sind dazu am 14. Oktober 2021 ab 18 Uhr im Saal der Freiwilligen Feuerwehr Windischleuba (Pestalozziplatz 3, Windischleuba) zur nächsten öffentlichen Mitmachwerkstatt eingeladen.

Zur besseren Organisation bitten wir um Anmeldung bei Sabine Hofmann vom Lindenau-Museum Altenburg telefonisch unter 03447 8955 51 oder per E-Mail an hofmann@lindenaumuseum.de. Wer sich nicht angemeldet hat, ist trotzdem herzlich willkommen. Über den aktuellen Stand zum Projekt informiert die Internetseite www.fliegender-salon.de.

Das Projekt „Der fliegende Salon“ wird gefördert in TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch die Staatskanzlei des Freistaates Thüringen.

TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel
Mit TRAFO hat die Kulturstiftung des Bundes ein Programm initiiert, das ländliche Regionen in ganz Deutschland dabei unterstützt, ihre Kulturinstitutionen für neue Aufgaben zu öffnen. Die beteiligten Museen, Theater, Musikschulen und Kulturzentren reagieren auf gesellschaftliche Herausforderungen in ihrer Region und entwickeln ein neues Selbstverständnis. Sie ermöglichen Begegnungsorte, öffnen ihr Programm und ihre Räume für die Inhalte Dritter. Sie schaffen Gelegenheiten für den Austausch und die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Kulturakteuren und ehrenamtlichen Initiativen. Und sie richten den Blick auf die Anliegen der Menschen in ihrer Region. TRAFO trägt dazu bei, die Bedeutung der Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung und die kulturpolitischen Strukturen in den Kommunen und Landkreisen dauerhaft zu stärken.
Von 2015 bis 2021 unterstützt TRAFO vier Regionen bei der Weiterentwicklung ihrer kulturellen Infrastruktur. In der zweiten Phase werden von 2019 bis 2024 sechs weitere Regionen gefördert.

www.trafo-programm.de

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