Dienstag , 9 August 2022
Aktuelle Nachrichten

Gemeinschaftsprojekt des Lindenau-Museums mit dem Futura e.V. in Altenburg-Nord

Abschlussrundgang mit der Schulklasse der Grundschule Wilhelm Busch Altenburg durch Altenburg-Nord, 2021, (Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Nora Frohmann)


Ein Gemeinschaftsprojekt des Studios, der Kunstschule im Lindenau-Museum Altenburg, mit dem Futura e.V. aus Altenburg-Nord fand in diesen Tagen seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Akteure sind die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen Klasse 4b der Grundschule Wilhelm Busch.

Wer durch das Wohngebiet um die Dix- und Levystraße geht, hat sie schon gesehen: Ausstellungen an den Zäunen der Müllcontainer. Die Idee, im Wohngebiet Altenburg Nord etwas gegen wilde Müllablagerungen zu tun – dem Unrat mit Kreativität etwas Eigenes, Schöneres entgegenzusetzen –, entstand bereits im Sommer 2020. Die Sozialarbeiterin Dana Kempe (Futura e.V. – Integrationsbündnis Altenburger Land) suchte den Kontakt zum Lindenau-Museum und fand offene Ohren. Die Grafikerin Julia Penndorf aus Leipzig, die Bildhauerin Susann Schade und die Grafikdesignerin Ulrike Weißgerber – alle Dozentinnen im Studio – dachten über Begrünung und über künstlerische Interventionen im Gebiet nach und entwickelten ein Konzept. Finanzielle Unterstützung kam vom Land Thüringen, das die Arbeit der Jugendkunstschulen fördert.

Als Partner für das Projekt konnte die Grundschule Wilhelm Busch Altenburg, und damit die jüngsten Schülerinnen und Schüler des

Abschlussrundgang mit der Schulklasse der Grundschule Wilhelm Busch Altenburg durch Altenburg-Nord, 2021, (Foto: Lindenau-Museum Altenburg/Nora Frohmann)

Stadtteils, gewonnen werden. Kurz vor den Sommerferien lernten sich alle Beteiligten bei einem gemeinsamen Spaziergang durch Altenburg-Nord kennen. Die Kinder zeigten den Erwachsenen die wilden Müllablagerungen neben den Plätzen für den Restmüll: „Das Sofa steht schon seit Wochen hier!“ – die Kinder waren empört über die Rücksichtslosigkeit einiger weniger Erwachsener, die ihren Müll im Stadtgebiet abladen. Sie schauten ganz genau hin und sammelten bei dem Rundgang Abfall vom Weg auf. Die gesammelten, ganz unterschiedlichen, Objekte wurden fotografiert, um sie später für Collagen zu verwenden.

Drei Tage lang wurde in drei Gruppen für die Müllplatzausstellung gearbeitet: an Stillleben, an Materialcollagen und an Köpfen, vom Entwurf bis zum fertigen Bild. Slogans wurden dazu erfunden, geschrieben und gestempelt: „Hilf der Natur!“, „Hey!“, „I like the flowers“. Die Kinder hatten viele Ideen, um mit Fröhlichkeit und Humor für Denkanstöße bei den Anwohnerinnen und Anwohnern zu sorgen. Das ist schließlich das Anliegen des Projektes: Aufmerksam machen, ein Bewusstsein für Mülltrennung und -vermeidung erzeugen, auf Entsorgungsfirmen hinweisen, die den Sperrmüll abholen und sich für die Natur einzusetzen. Generell sollte zum Einsatz für die Natur angespornt werden – für eine lebenswerte Zukunft nachfolgender Generationen.

Einige der Motive, die für den Druck auf feste Tafeln von den anleitenden Künstlerinnen vorbereitet, montiert und ergänzt wurden, verweisen auf die Telefonnummern von Entsorgungsfirmen für Sperrmüll und Elektroabfall. Damit sind auch Postkarten und Aufkleber zum Verteilen gedruckt worden.

Am Donnerstag, den 25. November gab es zum Abschluss noch einmal einen Rundgang mit den jungen Schülerinnen und Schülern von Ausstellungsplatz zu Ausstellungsplatz. Sie warten nun gespannt auf die Resonanz der Passantinnen und Passanten.

Die Freiluftgalerie in Altenburg-Nord kann noch wachsen – mit Bildern und Plakaten von jungen und älteren Anwohnern und Gästen. Wer sich beteiligen möchte oder weitere Ideen für ein sperrmüllfreies und noch schöneres, farbenfrohes Altenburg hat, kann Kontakt zum Futura e.V. aufnehmen: iz-futura.kempe@mail.de oder sich im Lindenau-Museum melden: studio@lindenau-museum.de.

 

Steven Ritter

Referent für Presse und Marketing

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.